SEOkomm Recap

Datum: Dienstag, 25. Nov. 2014
Autor: Iso Feldmann
Kategorie: SEO Konferenz

Ein #SEOkomm 2014 Recap: Large Scale SEO, Key Insights und ein phänomenaler Marcus Tandler

Die SEOkomm 2014 in Salzburg vom vergangenen Freitag wartete mit Beiträgen von Zalando, Chefkoch und Home24 auf - der Grundtenor: die SEO-Hebel liegen bei Targeting, Skalierbarkeit & Messbarkeit. Trotz proklamierten Automatisierungs-Strategien stützten die präsentierten Cases die Notwendigkeit von userzentrierten Ansätzen und Info-Texten (bei Shops) - Stichwort: Conversion Uplift.

Die SEOkomm 2014 bot mit 25 Beiträgen auf 3 Tracks Inputs und Cases zu SEO Strategie und Projektmanagement. Neben dem neu eingeführten Track für solides SEO-Basis Know-How und Themen zu mobile SEO, gab es eine ganze Reihe an hochkarätigen Vorträgen zu SEO für grössere Web-Auftritte. Den Auftakt der Konferenz machte Marcus Tandler mit seinem Beitrag zu «rise of the machines» - alleine hierfür hat sich ein Konferenz-Besuch gelohnt (Das Google & SEO big picture mit rund 350 Slides in 40 Minuten, #slidegewitter).

Grosse Websites - Large Scale SEO

Vertreter grosser Webpräsenzen gaben einen kleinen Einblick in ihre Trickkiste, darunter:

Nachfolgend ein kurzer Abriss von Insights der grossen Webpräsenzen im Umgang mit SEO Massnahmen.

Texte für User in Shops nicht relevant? Der Conversion-Uplift

Mittels A/B-Testing hat home24.de (unter anderem) bei organischem Traffic gemessen, wie sich User unterschiedlich verhalten, wenn sie zu Produkten weitere Informationen in Form von erklärenden Texten am Ende der betreffenden Shop-Seite bekommen oder dieser Text eben nicht vorhanden ist. Ergebnis: die Conversion-Rate der User wurde mit den Texten um 22% gesteigert. Nach weiteren Testings war man überrascht: User lesen die Texte und werden in ihrem Verhalten massgeblich beeinflusst. Die Texte helfen - wenn richtig getextet - Usern auf dem Weg zur Kaufentscheidung.

Optimierung: international, zielgruppengenau & der User-Mehrwert

Darf man Norman Nielsen Glauben schenken, dann umfasst Zalando's SEO Team rund 70 Personen. Die internationale Marktbearbeitung setzt Ansprüche an technisches SEO (z.B.: hreflang Element), aber auch die Arbeit mit einem diversifizierten Set an Personas: der Österreichische Hipster ist anders als der Deutsche Hipster, Sprachunterschiede in D/A/CH spielen zusätzlich eine gewichtige Rolle. User Mehrwerte werden den Kunden unter anderem in Form von How-To-Tutorials geboten, z.B.: wie fädelt man den Bändel seines Hoodies wieder ein? (Antwort: mit einem Zalando-Strohhalm, welcher geliefert wird).

Zalando SEO mit Strohhalm

Norman Nielsen über den entscheidenden Strohhalm - Usermehrwert im Zentrum. Bildquelle

Automatisierung & Controlling

Die wichtigsten Inputs zu SEO-Kniffen & Challenges bei chefkoch.de:

  • Konzentration der Optimierungen auf den Mid-Tail. Der Mid- und Long-Tail Bereich tragen überwiegend zu Traffic und Umsatz des angebundenen Shops bei.
  • Analyse der internen Linkstruktur durch Visualisierung mit Gephi. Erst so sind Verbesserungs-Ansätze erkennbar.
  • Tuning der internen Verlinkung mit Tools: Automatisierung von Crosslinks - User finden verwandte Inhalte, für Suchmaschinen kann eine Gewichtung der verschiedenen Seiten vorgenommen werden.
  • Strukturierte Daten: Must. Wichtige implementieren und bei weiteren am Ball bleiben - Marktscreening.
  • Nach mehr als 10 Jahren: alte Inhalte müssen raus, mit veraltetem Content wird je nach Typ umgegangen (aktualisieren oder hoffnungslos veraltet?), inkl. direkter Deindexierung (Serverstatuscode 410).

Key-Takeaways der SEOkomm 2014

  1. Simpler - aber wichtiger - Insight: Texte werden gelesen - auch in Shops. Und gerade hier sind sie notwendig um die Kaufentscheidung zu beeinflussen.
  2. Der Umgang mit «SEO Keywords» nach dem Google Hummingbird Algorithmus-Update wird unterschiedlich angegangen: Shops und Datenbank-Präsenzen zielen weiter auf Mid- und Longtail Keywords ab (Hebel bei Breitenwirkung mit strukturierten Daten, interner Verlinkung). Bei geringeren URL-Sets werden Keywords geclustert und einzelne Seiten mit Kontext-Keywords ausgestattet (nicht mehr nur 1 Keyword pro URL). Im Gegensatz dazu folgt die Onpage Optimierung bei kompletten User-Queries («wie kann ich [...]») noch immer diesem «alten» Paradigma.
  3. Der data driven approach hat sich bei der Markt- und Konkurrenzanalyse, sowie beim User-Verhalten herauskristallisiert: API Anbindungen, User-Verhaltens-Tests & vor allem die richtige Zusammenführung der Daten sind entscheidend.
  4. Die Verwendung von Daten, Tools und deren Anwendung muss auf das einzelne SEO-Projekt abgestimmt werden. Beeindruckend: wie umfassend grosse Website-Präsenzen Insights zu Keyword-Welten, Marktanalysen und Optimierungsquellen angehen.
  5. Das bigger picture zum SEO Umfeld wurde durch Marcus Tandler aufgezeigt und blickt auf ein Google, welches neben einer sophistizierten Such- und Find-Maschine auch ein Unternehmen ist, dessen Entwicklung mit Marktakquisen, z.B. in der Robotertechnik, gespannt mitverfolgt werden darf.

Einzelne Speaker-Beiträge sind bereits auf Slideshare zu finden (Site-Speed Extreme, Local SEO). Weitere sollen im Verlauf der Woche folgen - inbegriffen den Tipps zu Shop-SEO, internationalen Strategien, Excel-Gimmick & Co.

Zum Schluss noch einmal ganz zurück an den Konferenz Anfang: diese startete kurz vor 9:00 Uhr mit einem Jodel-Workshop :)

Jodel-Workshop an der SEOkomm 2014 Morgenmuffel aufgepasst: Warm-Up - Kaffee und Jodel-Workshop um 08:45 vor der Keynote

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