Vor ziemlich genau zwei Jahren untersuchten wir, welche Tracking Tools die Websites des NET-Metrix-Panels einsetzen. Jetzt haben wir die Studie auf einer sehr viel breiteren Datenbasis wiederholt: Anhand von 812 Schweizer Websites unterschiedlichster Grösse und Ausrichtung haben wir erhoben, wie hierzulande client-seitige Webanalyse-Tools wie Google Analytics, Xiti, WebTrends und andere eingesetzt werden.
Die zwei zentralen Ergebnisse:
- Der Schweizer Markt hat Nachholbedarf: Bei einem Drittel aller geprüften Websites liess sich kein Mess-Tool identifizieren. Im Segment der Online Shops beträgt dieser Wert sogar überdurchschnittlich hohe 35% (USA: 12%!).
- Google Analytics dominiert den Markt: In 8 von 10 Fällen, in denen ein client-seitiges Tracking Tool genutzt wird, handelt es sich um Google Analytics.
Download: Web Analytics in der Schweiz (PDF, 170 KB)
Die Dominanz von Google Analytics überrascht nicht: Die Software ist leistungsfähig und gratis. Zugleich aber besteht ein Widerspruch zum medialen Diskurs, in dem unter dem Schlagwort «Datenkrake» gerade auch Googles Tracking Tool regelmässig Kritik erfährt. Aber seitens der Website-Betreiber scheint man den Handel «Business-Daten gegen Mess-Tool» mehrheitlich positiv zu bewerten: Google Analytics wird heute in praktisch allen Bereichen des Schweizer Webs von der absoluten Mehrheit der Unternehmen eingesetzt:

Eine leichte Ausnahme bilden die Grossunternehmen: Während Medien-Sites, Online Shops und andere das Gratis-Tool von Google in jeweils mehr als 50% der Fälle installiert haben, trifft das bei Grossfirmen nur auf 40% der Websites zu. Öfter als andere Firmen setzen Grossunternehmen – möglicherweise aus datenschützerischen Überlegungen – kostenpflichtige Lösungen vor allem von WebTrends oder Omniture ein.
Werden die Daten auch genutzt?
Was die vorliegende Studie nicht beantworten kann: Nutzen die Unternehmen, die Tracking Tools verwenden, die anfallenden Daten zur Optimierung ihrer Websites und Prozesse, oder produzieren sie vielfach nur Daten auf Halde? Letzteres erscheint wahrscheinlich: Der zielorientierte und konsequente Einsatz von Web-Analytics-Methoden dürfte in einem Markt, in dem jeder dritte Website-Betreiber auf client-seitiges Tracking verzichtet, vorerst eine Seltenheit darstellen.

5. März 2010, 9:09
Besten Dank für Ihre Studie.
Bei news1.ch (aufgeführt als “kein Tracking-Tool”) wird das interne Tracking-System unseres eingesetzten Portal-Frameworks “sieme.net” verwendet. Dieses liefert wesentlich genauere Informationen, da auch AJAX-call’s etc korrekt berechnet werden. Externe Analyse-Tools sind dadurch nicht mehr notwendig.
Tom
5. März 2010, 11:30
@Tom Suter. Danke für die Info. Wie in der Einleitung des obigen Posts erwähnt, untersucht unsere Studie ausschliesslich den Einsatz client-seitiger Tracking Tools. Dass daneben Lösungen wie die von Ihnen erwähnte zum Einsatz kommen, ist natürlich unbestritten, was aber an der Diagnose insgesamt wenig ändert. Darauf weist gerade auch der (in der Studie ebenfalls enthaltene) Vergleich mit den USA klar hin.
5. März 2010, 15:56
Hmmm, ich denke kaum, dass man Google Analytics mit Omniture SiteCatalyst vergleichen kann. Wer echtes Web analytics betreibt, kann sich nicht mit einem Google Analytics begnügen…
5. März 2010, 18:41
@ Seaner Pratile. Unsere Erfahrung zeigt, dass lizenzkostenfreie Tools für den Einstieg in Web Analytics durchaus geeignet sind. Ziel der Studie ist weniger, eine Diskussion über die Vor- und Nachteile einzelner Tools eine Diskussion loszutreten. Vielmehr möchten wir hinterfragen, weshalb Webanalyse-Tools eher zurückhaltend eingesetzt werden und ob aus den gewonnenen Daten auch Massnahmen zur Optimierung abgeleitet werden.
Und: der Appetit kommt beim Essen. Gerade Google Analytics oder Piwik bieten einen Einstieg, um Reporting-, Monitoring- und Analyse-Prozesse einzuüben. Es gilt die Faustregel: 10% in Technologie und 90% in Knowhow und Personal investieren.
10. März 2010, 19:55
[...] hinken hinterher Geschrieben am 10. Mrz 2010 Kategorien: PC & Internet (openpr) Auf youposition.ch wurde vor Kurzem die Studie “Web Analytics: Google dominiert, Schweiz hat [...]
19. Mai 2010, 20:33
Die Ergebnisse sind für mich nicht verwunderlich. Google Analytics besticht durch eine Fülle an Funktionen. Natürlich spielt es auch eine Rolle, dass das Tool kostenlos ist! Dennoch ist Google Analytics in meinen Augen für viele “kleine” Webmaster eine sehr gute Lösung!