Website Relaunch, Suchmaschinenoptimierung und Weiterleitungen
Von Lukas Stuber Donnerstag, 23. Juli 2009 Suchmaschinenoptimierung keine Kommentare«Wissen Sie, wir machen jetzt erst mal unseren Relaunch. Um die Suchmaschinenoptimierung kümmern wir uns nachher.»
Ich habe längst zu zählen aufgehört, wie oft ich diesen Satz zu hören gekriegt habe. Mein Entsetzen darob wird allerdings nicht kleiner.
Man kann zunächst mal ein Haus bauen und erst später entscheiden, wo das Loch für die Tür hinsoll. Bloss darf man sich nicht wundern, wenn so der Besuch ausbleibt:

Quizfrage: Wann fand hier der Relaunch statt?
Gescheiter macht mans genau umgekehrt: Sobald man einen Website Relaunch zu planen beginnt, hat man sich vorrangig um die Suchmaschinenoptimierung zu kümmern. Einen geeigneteren Augenblick gibts nicht. Keyword-Analyse und -Definition, Entwickeln von Patterns für Pagetitle und Meta-Descriptions, suchmaschinengerechte Template-Programmierung, Copywriting, interne Verlinkung, URL-Gestaltung, etc. etc.: Es gibt keinen Grund, all diese für User und Suchmaschinen gleichermassen entscheidenden Fragen erst nach dem Relaunch anzugehen.
Und ganz besonders wichtig: Externe Links - wie kann ich sie rüberretten?
Bekanntlich steigt meine Chance auf ein gutes Ranking, je robuster meine externe Verlinkung ist. Bei einem Relaunch verlieren bisherige URLs oft ihre Gültigkeit, und zahlreiche Links weisen auf einmal ins Nirvana. Doppelte Folge:
- User, die diese Links anklicken, finden die angekündigten Inhalte nicht.
- Google wertet diese Links nicht mehr; Resultat: Ranking-Verlust.
Links, die auf die Homepage weisen, sind davon natürlich nicht betroffen. Aber die Deep Links. Und die gibts öfter, als man vielleicht glauben mag. Angesichts des nahenden Herbsts habe ich mittels Yahoo! Site Explorer beispielsweise mal geprüft, wie viele externe Links ein paar der grossen Krankenkassen verlören, wenn sie jetzt einen Relaunch wagen und ihre externen Deep Links dabei ignorieren würden. Ergebnis: Eine ÖKK beispielsweise würde satte 32′000 Links preisgeben, was 90% ihrer externen Links entspräche.

Macht man es aber richtig, lassen sich diese externen Links ausnahmslos retten.
Falsche Varianten sind:
- Alte URLs werden mit einer 404-Fehlerseite abgefangen.
- Es wird eine Weiterleitung zur Startseite durchgeführt.
- Mittels HTTP 302 wird der User auf die korrespondierende neue Page weitergeleitet.
Die Variante mit der 302-Weiterleitung (übrigens die weitaus am häufigsten verwendete) führt den User wenigstens zum gewünschten Content - nicht aber Google: HTTP 302 signalisiert nämlich, die Page sei «moved temporarily», womit Google keinen Grund sieht, den Link der neuen URL gutzuschreiben.
Die einzig richtige Variante, um die Links zu retten, ist die Weiterleitung mittels HTTP 301 («moved permanently») zur korrespondierenden neuen URL.
Eine Behandlung, der jede einzelne Page beim Relaunch unterzogen werden muss. Damit landet erstens der User dort wo gewünscht, und nur so wird Google den externen Link (mit einer gewissen Zeitverzögerung allerdings) der neuen URL gutschreiben.
Betrachtet man eine Suchmaschinenoptimierung aber erst nach dem Relaunch, ist es schon zu spät: All die schönen Deep Links sind da möglicherweise unwiderruflich verloren.