Suchmaschinenoptimierung ist bekanntlich keine Geheimwissenschaft, sondern Handarbeit, und die wichtigsten Faktoren sind weitgehend unbestritten. Entsprechend rasch ist ein erster Health Check gemacht.
Website-Analysen, Keyword-Analysen und Link-Analysen sind im Detail aufwändig, von den nachfolgenden Massnahmen ganz zu schweigen. Aber ein erster Health Check in Sachen Suchmaschinen – ganz abseits von ein paar kleinen Ranking Checks – ist schnell gemacht: 8 Minuten reichen. Wann immer die Zeit wieder mal grausam drängt, prüfe ich vor Gesprächen mit Interessenten nur gerade die folgenden 8 Punkte, um mir rasch einen Eindruck zu verschaffen:
- Brand Listing: Wie sieht der Google-Eintrag aus, wenn ich nach dem Brand suche?
- Indexierung: Kennt Google eine plausible Zahl meiner Dokumente?
- Pagetitle: Hat jede Page einen eigenen?
- Meta-Description: Hat jede Page eine eigene?
- URLs: einfach oder kompliziert?
- PageRank: hoch oder niedrig?
- Externe Verlinkung: Vergleich zur Konkurrenz?
- Content: Steht drin, was drinstehen muss?
Damit weiss man ziemlich schnell, wie es um eine Website steht. Handelt es sich allerdings um reine Flash Sites, um Framesets oder um Websites, die aus unerfindlichen Gründen den Text als Bild enthalten, kann man sich selbst diese 8 Minuten sparen und sogleich diagnostizieren: Zéro points.
1. Brand Listing: schön oder hässlich?
Allein die Suche nach dem eigenen Brand liefert schon ein gutes Bild, wie es um die eigene Suchmaschinen-Gesundheit so steht. Das Brand Listing von Jelmoli beispielsweise sieht hübsch aus, jenes der Ems Chemie nicht. Wer eher zum Ems-Lager gehört, hat definitiv Handlungsbedarf.
2. Indexierung: vollständig oder unvollständig?
Wer via Google gefunden werden will, muss erstmal drin sein, und zwar so vollständig wie möglich. Prüfen lässt sich das am einfachsten mit dem «site:»-Operator. Dass eine Website mit dem Katalogumfang von www.brack.ch 50’000 Dokumente in Google drinhat, ist Pi*Daumen plausibel. Bei Keller Fahnen (derzeit 130 Dokumente) ist hingegen etwas schiefgelaufen.
3. Pagetitles: Einheitsbrei oder individualisiert?
Bei Umfragen landet der Pagetitle immer wieder auf Platz 1 der wichtigsten Elemente einer Suchmaschinenoptimierung. Logische Folgerung: Jede Page einer Website braucht einen individuellen Title, der die wichtigsten Begriffe der Page enthält. Auch das lässt sich mit dem «site:»-Operator relativ schnell überprüfen, da Google den Pagetitle als Trefferüberschrift verwendet. LeShop.ch hat das vorbildlich umgesetzt, digitec (seltenes Beispiel einer erfolgreichen Framelösung) schweigt sich hingegen über die konkreten Produkte aus.

4. Meta Descriptions: Einheitsbrei oder individualisiert?
Die Meta Description hat zwar keinen Einfluss aufs Ranking, aber auf die Klickrate des Google-Eintrags. Deshalb hätte eigentlich jede Page eine separate Description nötig. Leider kenne ich kein Tool, mit dem sich diese Prüfung bequem für jede Website durchführen liesse (anybody? Der «site:»-Operator von Google spuckt nämlich nicht immer die Descriptions aus). Aber der Blick in den Quelltext von 3 oder 4 verschiedenen Pages beantwortet die Frage jeweils rasch. Im Screenshot weiter oben sieht man zufälligerweise die Meta-Descriptions von LeShop (individualisiert) und jene von digitec, die stets identisch sind, was nicht Sinn der Sache ist.
5. URLs: einfach oder kompliziert?
Über die SEO-Bedeutung von URLs lässt es sich trefflich streiten. Als Faustregel brauchbar ist aber folgendes: Eine URL, die man zur Not am Telefon diktieren könnte, ist gut;(Bsp.: http://www.lastfm.de/music/Bruce+Springsteen/Nebraska) andernfalls ist sie schlecht (Bsp.: http://www.citydisc.ch/music/detail.cfm?lang=d§ion=&art_nr=25278&navid=1).
6. PageRank: hoch oder niedrig?
Wie wichtig der PageRank sei, ist ebenfalls umstritten. Als Instrument bei einer 8-Minuten-Diagnose hilft er aber durchaus weiter: Eine Website mit PageRank 2 hats nunmal schwerer als eine mit PageRank 6. Wer den Google Toolbar nutzt, sieht den PageRank jeder besuchten Page, ansonsten hilft beispielsweise SEOpen weiter.
7. Externe Verlinkung: stark oder schwach?
Zahl und Art der externen Links sind höchst entscheidend für die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Unglücklicherweise ist der «link:»-Operator von Google keine grosse Hilfe, da er bloss sehr selektiv ausspuckt, wer auf eine Page linkt. Der Yahoo! Site Explorer ist da bedeutend nützlicher (hoffentlich verschwindet der nicht im MicroHoo-Strudel). Allerdings muss man die Settings korrekt einstellen:
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Nur – was heisst viel, was heisst wenig? Pauschal lässt sich das nicht beantworten, aber ein Vergleich mit den Link-Zahlen jener Konkurrenten, die einen bei Google stets ärgern, gibt einem schon mal ein Gefühl, wie man bezüglich Links dasteht.
Zudem wichtig: Mit welchen Begriffen wird eine Website verlinkt? Um das herauszufinden, gibts prächtige, kostenpflichtige Tools wie Linkscape oder MajesticSEO. Für einen ersten kurzen Gratis-Check tuts aber auch ein Tool wie Link Diagnosis. Kriegt man dort unter der Rubrik «Anchor Texts» keine Keywords zu sehen, sondern bestenfalls den eigenen Brand oder die URL, gibts Arbeit.
8. Content: Steht drin, was reingehört?
Auch wenn manche finden, Google beachte den Inhalt einer Webseite nur oberflächlich: Wer in seinen Content nicht reinschreibt, was er zu bieten hat, wird kein Google-Glück erfahren. Immer noch heissen Websites ihre Besucher willkommen, versprechen massgeschneiderte Lösungen aus einer Hand oder schlagen das Rad mit kreativen statt deskriptiven Headlines. Eines geht dabei sehr oft vergessen: dass die Begriffe, für die man gefunden werden möchte, im Text drinstehen müssen. Sonst wird das nämlich nichts.
Texte auf ihre Suchmaschinentauglichkeit zu prüfen, erfordert durchaus Erfahrung, aber der Schnell-Check ist dennoch problemlos möglich: Stehen die wirklich wichtigen Begriffe da? (Welches die wirklich wichtigen Begriffe sind, ist dann allerdings eine ganz andere Frage.) Ein Punkt, den übrigens nicht nur Suchmaschinen beachten. Sondern auch User.
Zwei Tools, die helfen
Gewiss: Mit obigem Fragenkatalog hat man erst an der Oberfläche gekratzt. Aber in sehr vielen Fällen wird so sehr schnell sichtbar, wie weit vorn im SEO-Prozess begonnen werden muss. Prüft man zudem jeweils die Konkurrenten mit den selben Kriterien, kriegt man sehr schnell einen guten Überblick, wo die eigenen Defizite liegen.
Und es dauert tatsächlich nicht länger als 8 Minuten – zumal verschiedene Tools die Sache beschleunigen helfen. Ausprobiert habe ich schon viele, bei Kurzdiagnosen komme ich im Grossen und Ganzen mit nur gerade 2 Firefox Plugins bestens über die Runden:
- Web Developer: Das Ding kann viel mehr, als ich gebrauchen kann. Aber Features wie Einblenden von Headers oder ALT-Texts, Direktlinks zu verschiedenen Validators oder die Möglichkeit, rasch die Metas einer Page auszulesen, helfen entschieden weiter.
- SEOpen: Backlinks bei Google oder Yahoo, Anzahl indexierte Seiten, Google Cache Version einer Page, Robots.txt aufrufen, PageRank-Prüfung – alle Basic Features sind in dieser Toolbar prima versammelt.

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12. Oktober 2009, 0:16
[...] Blogger zu Blogger" • Da ist einer wieder mal weitgereist. Spannend. • Suchmaschinenoptimierung: Der 8-Minuten-Check | Angelink yourposition Suchmaschinenmarketing • Westside muss noch zulegen • Patrol Stations – Vanessa Leissring | [...]
19. April 2010, 22:21
thanks for the information, very useful