Sie sind nicht auszurotten: die Splash Pages.
Selbst noch 2009 verbarrikadieren zahlreiche (und nicht die kleinsten) Unternehmen den Zugang zu ihren Websites mit inhaltsleeren Startseiten, die den User zu sinnlosen Handlungen zwingen und für Suchmaschinen die reine Katastrophe darstellen. Als habe man noch nie davon gehört, dass die Homepage einer Website…
- die wichtigste Seite eines Webauftritts ist;
- am meisten Besucher anzieht;
- die meisten Links generiert;
- auch für Suchmaschinen den zentralen Entry Point in eine Website darstellt;
- kurzum das wichtigste Online-Gut eines Unternehmens darstellt.
Bei Unternehmen mit eher lokaler Ausstrahlung kann das unter Umständen vernachlässigbar sein. Das Hôtel la Poste in Château-d’Oex beispielsweise hat die zweiteilige Splash Page erfunden und lässt den Mauszeiger von Kuhköpfen jagen. Das kontrastiert zwar mit Best Practices und den 13 GaultMillau-Punkten des Lokals gleichermassen, ist aber irgendwie nicht so richtig schlimm.
Bei globalen Top Brands oder Branchen-Sites über Splash Pages zu stolpern – das tut schon eher weh.
Besonders schmerzhaftes Beispiel: Alldays aus dem Hause Procter & Gamble.

Eigentlich würde mein Browser ausreichend signalisieren, dass ichs mit Französisch nicht so habe. Will ich aber mehr über das Produkt erfahren und mich nachhaltig als deutschsprachig kenntlich machen, sind nicht weniger als vier (in Ziffern: 4) Maushandlungen nötig:
- Auswahlmenü öffnen
- «Deutsch» markieren
- «Sprachauswahl speichern» aktivieren
- Pfeil-Button neben dem Auswahlmenü klicken
Et voilà – schon bin ich drin. Dass die Suchmaschine von diesen 4 Handlungen exakt 0 ausführen kann, ist halt schade: viel mehr kann man gar nicht mehr tun, um Suchmaschinen auszusperren. Und die Userin möchte keineswegs ihre Sprache wählen (so eine hat sie schon), sondern ihr Produkt.
Aber gut, es handelt sich um eine Image Site, und um Suchmaschinen scheint sich P&G grundsätzlich nicht zu kümmern: Ariel dürfte in Sachen Splashiness einen Weltrekord aufstellen, head & shoulders, Meister Proper und unzählige andere Produkte-Sites sind Flash-Orgien, Kukident (bzw. blend-a-dent, URL und Inhalt sind sich da uneins) besteht zu 100% aus Bildern.
Das arme Google ist darob fallweise so verwirrt, dass man bei der Suche nach einem P&G-Brand nichtmal die Startseite geliefert kriegt. Und von der Schweizer Corporate Site von P&G aus (richtig, ebenfalls eine Splash Page) zielen die Links zu den Produkte-Sites immer mal wieder ins Leere, womit P&G seine hart erarbeitete Link Power grundlos verpuffen lässt. Dabei würde man bei pg.com immerhin mit einem PageRank von 8 starten.
Schon etwas mehr Kompetenz dürfte man hingegen hier erwarten – immerhin publizieren die Leute Ranglisten der besten Schweizer Websites:

Das ist (ich sags zur Sicherheit) die Startseite von anthrazit, dem digitalen Lifestyle-Magazin. Dass ich mit einem «PC/Mac» daherkomme, wird prima erkannt – klicken muss ich trotzdem. Wenigstens sorgt dann ein Cookie dafür, dass der Unfug beim nächsten Besuch unterbleibt.
Der entfernte und nicht weniger fragwürdige Cousin der Splash Page – das Flash Intro nämlich – hat von Google vor einiger Zeit eine Spezialbehandlung erfahren: Seit einem Jahr lässt sich «Skip Intro» fallweise direkt in Google selber klicken .
Schön wäre nun, wenn Google auch einen «Skip Splash Page»-Link böte. Doch dazu müsste Google so eine Splash Page erstmal bedienen können.
Bis dahin lässt sich nur der Ratschlag erteilen, man möge auf derlei Dinge doch bitte verzichten – zu Gunsten Googles und der User.

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