AdWords vs. SEO: Was bringt mehr?

Sonntag, 19. Oktober 2008 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Suchmaschinenoptimierung, Web Analytics | 4 Kommentare

Was bringt mehr – Top Rankings in den Gratis-Listings oder Google AdWords? Die Frage ist alt – und falsch gestellt: Sie postuliert ein Entweder-Oder, wo ein Sowohl-Als-Auch gefragt wäre. Denn am besten funktioniert definitiv die Kombination der Massnahmen. Das zeigen jetzt auch Zahlen, die Google veröffentlicht hat.

Nicht wenige Unternehmen, die Suchmaschinenmarketing betreiben, favorisieren SEO auf Grund des Kostenarguments: Im Vergleich mit Google AdWords generiert eine Suchmaschinenoptimierung weniger laufende Kosten. Andere Unternehmen hingegen bevorzugen Google AdWords ihrer Flexibilität und Kalkulierbarkeit wegen.

Aber beide Ansätze sind suboptimal: Den grössten Nutzen aus seiner Suchmaschinenpräsenz zieht, wer Suchmaschinenoptimierung und AdWords einsetzt. Das ergibt sich schon nur allein aus der banalen Überlegung, dass 2 von 20 Slots besser sind als bloss 1.

SEO + AdWords = mehr Wirkung

Wie jetzt eine Google-Studie – zum Download im kürzlich lancierten Know-how-Silo «Full Value of Search» angeboten – zeigt, verbessert sich die Werbewirkung dank einer Mehrfachpräsenz auf diversen Ebenen: Klickrate, Kaufbereitschaft und auch Markenbekanntheit erzielen stets dann die besten Werte, wenn ein Top Ranking mit einem AdWord im Top Slot kombiniert wird. Auffällig ist zudem, dass bei allen drei Zielen AdWords den besseren Einzelwert erreichen als Top Rankings. Im Detail:

Ranking AdWord Beides
Klickrate 17% 20% 33%
Kaufbereitschaft +11% +12% +19%
Markenbekanntheit +4% +5% +6%

 
Bei allen drei untersuchten Zielen ergab die Studie also übereinstimmend:

  • Ein AdWord im Top Slot allein funktioniert besser als ein Platz 1 im Ranking allein.
  • Die Kombination von beidem erzielt stets den höchsten Wert.

Unkenrufe («Google-Studie belobigt Google AdWords, haha») sind da zwar unvermeidlich, bringen die Diskussion aber nicht weiter. Denn das Geunke rührt vom verbreiteten Missverständnis her, ein Spitzenplatz im Organic Listing performe a priori besser als AdWords. Doch ein a priori ist da nicht zu haben – messen muss mans. Auch wenns nicht leicht ist: Welche Website verfügt schon über ein signifikantes Set von etlichen tausend Begriffen, bei denen man sowohl im Organic Listing als auch mit AdWords durchwegs den Topplatz belegt? (Die Google-Studie basierte übrigens genau aus diesem Grund auf Mockups.)

AdWords konvertieren besser, SEO bringt mehr Volumen

Was aber grundsätzlich möglich ist: unabhängig von der konkreten Einblendposition zu messen, ob Organic- oder AdWords-Klicks besser konvertieren. Ein Wert, der in der erwähnten Google-Studie nicht enthalten ist.

Wir haben deshalb die Werte der Monate Januar bis September 2008 von 4 Plattformen untersucht (deren Namen wir selbstverständlich nicht offenlegen können). Das Datenmaterial besteht aus 3.3 Millionen Visits, 85’000 Konversionen und 760’000 verschiedenen Keywords – der Error Margin dürfte also recht klein sein. Und das Ergebnis ist eindeutig:

AdWords konvertieren besser.

AdWords-vs-seo-1

Abb. 1: Die 4 ausgewerteten Websites generierten zwischen Januar und September 2008 ca. 3.3 Mio. Visits und ca. 85’000 Konversionen (Sales und Leads).

Die Konversionsrate der AdWords liegt klar höher (woran ein dickes, fettes ABER hängt, unten mehr), und zwar bei allen ausgewerteten Websites:

AdWords-vs-seo-2

Abb. 2: Bei allen 4 ausgewerteten Websites konvertieren AdWords besser als Organic Listings, unabhängig vom Konversionsziel.

Verschiedene Disziplinen, verschiedene Metrics

AdWords Sieger nach Punkten? Behüte, nein – die erste Grafik zeigt ziemlich eindeutig auf, dass der Verzicht auf eine der Disziplinen keinen Sinn macht:

  • Begriffsbreite: Bei Long-Tail-Angeboten (und darum handelt es sich hier selbstverständlich in allen 4 Fällen) kann mit einer Suchmaschinenoptimierung, die sich nicht bloss um 10, 15 Begriffe kümmert, sondern die gesamte Begriffswelt optimiert, eine unvergleichliche Breite erzielt werden. Knapp 90% der 750’000 hier gemessenen Organic Keywords wurden im ganzen bisherigen Jahr 2008 nur ein einziges Mal angeklickt – zu wenig, um von einem AdWords-Radar erfasst und in die Kampagne eingefügt zu werden.
  • Konversionsvolumen: Die Konversionsrate ist bei AdWords-Kampagnen ein zentraler Wert, da sie direkt auf den ROI durchschlägt. Bei SEO hingegen ist das Konversionsvolumen viel entscheidender, da keine laufenden Klickkosten anfallen. Nun hängt das Konversionsvolumen natürlich direkt von der -rate ab, aber diese zu steigern ist in erster Linie eine Usability-Aufgabe. Wird sie erfüllt, steigen die Konversionsraten von AdWords gleich mit.

So gesehen ist es letztlich nur begrenzt sinnvoll, die Konversionsraten von AdWords und Gratis-Listings zu vergleichen – die Zahl hat je nach Disziplin anderes Gewicht.

Deshalb laufen sowohl die Google-Studie als auch Auswertungen wie die obige aufs gleiche Ergebnis raus: Beides machen! Man betrachte sich nur mal die erste Grafik oben: Hätte man sich auf eine der beiden Disziplinen beschränkt, wäre in jedem Fall Besucher-, Konversionen- und Umsatzvolumen verloren gegangen – und zwar an die Konkurrenz.

Google AdWords: Broad Match und die Folgen

Montag, 22. September 2008 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Web Analytics | 1 Kommentar

Konto eröffnen, Keywords buchen, Texte schreiben – und los gehts: Google AdWords sind dankenswert simpel. Könnte man meinen. Doch schon nur die Art und Weise, wie Keywords eingebucht werden, hat einen starken Einfluss auf den Kampagnenerfolg.

Dass man Keywords bei einer AdWords-Kampagne auf verschiedenste Art buchen kann, dürfte sich herumgesprochen haben. Die AdWords-Hilfe liefert dazu ein paar grundlegende Details.

Kurz zusammengefasst:

  • [Exact Match]: Bucht man ein Keyword in eckigen Klammern, wird das AdWord nur dann eingeblendet, wenn ganz genau nach diesem Keyword gesucht wird.
  • “Phrase Match”: Das AdWord wird nur dann eingeblendet, wenn der Begriff, der zwischen Anführungsstrichen steht, Teil der Suchabfrage ist.
  • Broad Match: Das AdWord erscheint… ja, wann denn genau?

Broad Match stellt gewissermassen den Default dar: Wer seine Keywords ohne eckige Klammern oder Anführungszeichen bucht, nutzt – oftmals unwissentlich – Broad Match; und entlässt damit seine Begriffswelt in die freie Wildbahn: Ein Broad Match entwickelt sich binnen kurzem zum Sammelbecken zahlloser Suchbegriffe.

Der Grund: die mächtigen Mechanismen, die Google im Hintergrund laufen lässt.

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Conversion Tracking: Alles ganz falsch

Freitag, 25. Juli 2008 | Von: | Kategorie: Online Marketing, Web Analytics | 2 Kommentare

Der Erfolg von Online Marketing, heisst es, sei messbar. Problem: Konversionsraten werden heute grundsätzlich falsch gemessen. Das führt zwangsläufig zu Fehlentscheiden gerade auch budgetärer Art.

Impressions, Klicks, Konversionsraten, Cost per Conversion – im Online Marketing liegt alles auf dem Tablett, man braucht die Daten bloss noch auszuwerten, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und dem Kampagnenerfolg steht nichts mehr im Weg.

Soweit die Theorie. Dass die Datenauswertung in der Praxis häufig unterbleibt (von daraus abgeleiteten Entscheidungen ganz zu schweigen), ist bloss das eine.

Das andere ist: Konversionsraten werden in schätzungsweise 99.9% der Fälle falsch gemessen.

Der Grund: Sämtliche gängigen Tools weisen eine Konversion dem jeweils letzten Klick zu. Die vorangegangene Geschichte – Bannerkontakt, E-Mail gekriegt, mehrere AdWords desselben Anbieters geklickt – wird komplett ignoriert. Zu Unrecht, wie etwa die Mediaplex-Studie «Path to Conversion» schön aufzeigt.

Was das für die Berechnung von Konversionsraten bedeutet, lässt sich schon nur mit einem simplen Experiment zeigen: indem man das gängige Modell kurzerhand auf den Kopf stellt und Konversionen nicht mehr dem letzten, sondern dem ersten Klick zuordnet.

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Woopra: Site-Besucher live belästigen

Dienstag, 8. April 2008 | Von: | Kategorie: Web Analytics | 0 Kommentare

Das Web Analytics Tool namens Woopra bietet ein interessantes Feature: Live-Belästigung des Users.

Woopra enables you to engage your visitors by starting a conversation with them; a friendly popup will appear on the web page to establish the chat.

Sobald mein Mauszeigerverhalten also darauf hinweist, dass ich den Warenkorb nicht zur Kasse bringen werde, kann mich ein Kundendienstler via friendly popup gleich live am Kragen packen.

Ob das dann so begeistert aufgenommen wird, wie Woopra hofft, darf bezweifelt werden:

Woopra: Live Chat mit dem User

Wahrscheinlicher ist, dass der User vor Schreck und Ärger gleich den Browser schliesst.

Google AdSense und die Opt-In-Sache

Freitag, 28. März 2008 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Web Analytics | 0 Kommentare

Als in Google Analytics kürzlich das Data Sharing Feature lanciert wurde, gabs Diskussionen, auch hierzulande, und die Art und Weise, wie Google dabei den Opt-In-Prozess gestaltet, wurde schon mehrfach mit spitzer Feder aufgespiesst.

Dass Google zum Thema Opt-In ein unverkrampftes Verhältnis hat, ist bekannt: Wer etwa eine AdWords-Kampagne bucht, wird kommentarlos via AdSense ins Content-Netzwerk geschoben. Beim Buchungsprozess selber wird das weder zur Wahl gestellt noch erwähnt, korrigieren kann mans erst hinterher: AdSense funktioniert nämlich nach dem Opt-Out-, nicht nach dem Opt-In-Prinzip.

Allerdings sollte man Google darob nicht böse sein: Das Deaktivieren des Content-Werbenetzwerks hat immerhin Unterhaltungswert. Die entsprechende Checkbox (zu finden in den Kampagneneinstellungen) sieht noch ziemlich harmlos aus, nämlich so, wie Checkboxes halt aussehen:

google-checkbox.jpg

Klickt man aber drauf, wird – hoppla! – Grosswarnung ausgelöst:

Google AdSense: Warnung nach Deaktivierung

Flächenverhältnis zur Checkbox: 940 zu 1.

Freud’sche Farben in Google Analytics

Donnerstag, 6. März 2008 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Web Analytics | 1 Kommentar

Vergleicht man in Google Analytics Zeiträume miteinander, werden erfreuliche Veränderungen grün beschriftet, unerfreuliche rot, wie sich das gehört. Beispiel:

Google Analytics: Positive und negative Veränderungen

Fallweise allerdings lässt sich über die Farbwahl streiten. Zum Beispiel bei den Daten von AdWords-Kampagnen:

Google Analytics: Teurer ist besser

7.63% höhere Klickpreise! Mehr Kosten! Hurra!

Fragt sich bloss, wer sich darüber freut.

Microsoft adCenter Analytics

Dienstag, 4. März 2008 | Von: | Kategorie: Web Analytics | 0 Kommentare

Die kostenlose Web-Analytics-Lösung aus dem Hause Microsoft, früher als Project Gatineau bekannt, hat ein Update erfahren und wurde unter dem wenig originellen Namen Microsoft adCenter Analytics neu lanciert. Drei Highlights:

Überblick dank Kampagnen-Timeline
adCenter Analytics Timeline ReportNeben der Verknüpfung mit Microsoft adCenter können auch Kampagnendaten von Google AdWords und Yahoo Search Marketing importiert werden.
Welche Kampagnen in einem bestimmten Zeitraum wie erfolgreich aktiv waren, zeigt der Timeline Report auf einen Blick.

Die Treemap deckt auf
adCenter Analytics TreemapDie Treemap verschafft einen schnellen visuellen Überblick über den wichtigsten Content: Über Grösse und Farbe der Felder werden zwei Werte aufs Mal sichtbar, wie beispielsweise hier Visits und Bounce Rate.
So lassen sich Abweichungen oder Gegensätze leicht aufdecken, also z. B. gut besuchte Seiten mit hoher Bounce Rate.

Auto-Tagging für einen schnellen Start
Um beim Einbau des Tracking Codes zu helfen, hat Microsoft ein Tool entwickelt, dass das Page Tagging über FTP für statische Sites automatisch übernimmt. Ob sich das in der Praxis bewährt, darf bezweifelt werden, der Ansatz ist aber vielversprechend und wird hoffentlich auch von Google Analytics aufgegriffen.

Microsoft adCenter Analytics nennt sich immer noch Beta. Um einen Account zu bekommen, muss man sich hier erst registrieren.

[Quellen: Ian Thomas, adCenter Blog]

Suchmaschinenmarketing-Umfrage: Die Resultate

Mittwoch, 13. Februar 2008 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Suchmaschinenoptimierung, Web Analytics | 0 Kommentare

Unsere vor rund drei Wochen an dieser Stelle angekündigte Umfrage zum Thema «Suchmaschinenmarketing in Ihrem Unternehmen» ist beendet. Fazit: Suchmaschinenmarketing wird breit eingesetzt, die Budgets sollen steigen.

Teilgenommen haben – vielen Dank – Vertreter und Vertreterinnen von 38 verschiedenen Unternehmen. Eine Sample-Grösse mit Hang zu hoher Fehlerwahrscheinlichkeit (zumal die Themenaffinität ohnehin überdurchschnittlich gewesen sein dürfte). Doch die Ergebnisse stimmen weitestgehend mit jenen überein, die unsere umfassende Studie aus dem Jahr 2006 zeitigte und sind somit zumindest plausibel.

So zum Beispiel bestätigt sich die Erkenntnis von 2006, dass sich die wenigsten Unternehmen auf Google AdWords allein verlassen – mehrheitlich werden AdWords und Suchmaschinenoptimierung zugleich eingesetzt.

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Google Analytics: klare Nummer 1

Donnerstag, 31. Januar 2008 | Von: | Kategorie: Web Analytics | 4 Kommentare

Wie gross der Marktanteil von Google Analytics in Sachen User Tracking bereits ist, kann trotz ersten Bemühungen niemand wirklich beziffern. Konsens ist, dass Google auch in diesem Markt führend sein dürfte. Eine Untersuchung für die Schweiz zeigt: Hierzulande ist Google Analytics klar die Nummer 1.

Die Untersuchung basiert auf den Nutzungsdaten der grossen Schweizer Websites, die NET-Metrix, die Kooperation von WEMF, Mediapulse und simsa, monatlich publiziert – eine ideale Datenbasis, um Einsatz und Reichweite der verschiedenen client-seitigen Tracking Tools in der Schweiz zu messen. Basierend auf den Daten vom Dezember 2007 haben wir untersucht:

  • Welche client-seitigen Tracking Tools setzen die NET-Metrix-Panelisten ein?
  • Welche Reichweite hinsichtlich Unique Clients, Visits und Page Impressions erzielen die einzelnen Tracking Tools?
  • Setzen die grossen Medienhäuser, die Google eher kritisch gegenüber stehen, Google Analytics ein?

Ergebnis: Google Analytics steht – auch bei den Medienhäusern – mit riesigem Vorsprung an der Spitze: 70 von 168 Websites haben das Tool installiert.

Web Analytics: Tools und Installationen
70 Mal Google Analytics – übrige Tracking Tools tauchen bloss sporadisch auf. (Daten erhoben mit WASP.)

Web Analytics Tools und NET-Metrix (PDF, ca. 85KB) Wer nutzt was? (PDF, ca. 85KB)

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Google Analytics: Hoher Marktanteil

Donnerstag, 24. Januar 2008 | Von: | Kategorie: Web Analytics | 2 Kommentare

Was den Marktanteil von Google Analytics angeht, schweigt sich Google selber aus. Und hat dabei still und leise das Feld aufgerollt:

Google Analytics: Marktanteil
Web Analytics Market Share und Google Analytics. (Quelle: blog.immeria.net)

Die Zahlen basieren auf 15’000 Websites und 300’000 Page Views. Erhoben wurden die Daten mit «WASP» (Web Analytics Solution Profiler), einer praktischen Firefox Extension, die gleich im Browser anzeigt, welches Analytics Tool eingesetzt wird. Allerdings mit einer gewichtigen Einschränkung: nur client-seitige Tracking Tools können erkannt werden – läuft etwa eine Logfile-Analyse von WebTrends auf dem Firmen-Server, kriegt WASP nichts davon mit. Insofern sind die Marktanteile natürlich verzerrt, zumal gerade Grossunternehmen Google Analytics aus Datenschutzgründen oft skeptisch begegnen.

Aber dennoch: Erstaunlich, wie stark Google Analytics schon verbreitet ist, und noch viel erstaunlicher, wie selten das thematisiert wird.

 
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