Google zeigt PDFs in Google docs an

Freitag, 24. Juli 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 1 Kommentar

Habe ich da etwas verpasst? Wenn ich in einer Resultateliste von Google ein PDF entdeckte, konnte ich bisher wahlweise eine HTML-Version im Browser betrachten oder das File mit dem Acrobat Reader öffnen.

Neuerdings aber gibts in den meisten, wenn auch nicht in allen Fällen die Option «Anzeigen», mit der man das PDF in der Umgebung von Google docs öffnen kann:

PDFs mittels \

Jenes «Anzeigen» führt dann hierhin:

Medienpolitisches Manifest des Verbands Schweizer Presse als Google doc

Und hier habe ich dann sämtliche Optionen: Runterladen, Ausdrucken oder in die HTML-Ansicht wechseln. Verblüffend auch, wie schnell diese Dokumente auf dem Bildschirm erscheinen.

Praktische Sache. PDFs, die ich via Google finde, werde ich künftig sicher öfter anschauen. Bisher dauerte mir das vielfach zu lange, und die HTML-Ansicht verschränzte die Files sehr oft bis zur Unkenntlichkeit. Und das bedeutet gleichzeitig, dass die Optimierung von PDFs für Suchmaschinen nochmals ein kleines Stückchen wichtiger geworden ist.

Website Relaunch, Suchmaschinenoptimierung und Weiterleitungen

Donnerstag, 23. Juli 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

«Wissen Sie, wir machen jetzt erst mal unseren Relaunch. Um die Suchmaschinenoptimierung kümmern wir uns nachher.»

Ich habe längst zu zählen aufgehört, wie oft ich diesen Satz zu hören gekriegt habe. Mein Entsetzen darob wird allerdings nicht kleiner.

Man kann zunächst mal ein Haus bauen und erst später entscheiden, wo das Loch für die Tür hinsoll. Bloss darf man sich nicht wundern, wenn so der Besuch ausbleibt:

Website Relaunch und Traffic-Verlust

Quizfrage: Wann fand hier der Relaunch statt?

Gescheiter macht mans genau umgekehrt: Sobald man einen Website Relaunch zu planen beginnt, hat man sich vorrangig um die Suchmaschinenoptimierung zu kümmern. Einen geeigneteren Augenblick gibts nicht. Keyword-Analyse und -Definition, Entwickeln von Patterns für Pagetitle und Meta-Descriptions, suchmaschinengerechte Template-Programmierung, Copywriting, interne Verlinkung, URL-Gestaltung, etc. etc.: Es gibt keinen Grund, all diese für User und Suchmaschinen gleichermassen entscheidenden Fragen erst nach dem Relaunch anzugehen.

Und ganz besonders wichtig: Externe Links – wie kann ich sie rüberretten?

Bekanntlich steigt meine Chance auf ein gutes Ranking, je robuster meine externe Verlinkung ist. Bei einem Relaunch verlieren bisherige URLs oft ihre Gültigkeit, und zahlreiche Links weisen auf einmal ins Nirvana. Doppelte Folge:

  • User, die diese Links anklicken, finden die angekündigten Inhalte nicht.
  • Google wertet diese Links nicht mehr; Resultat: Ranking-Verlust.

Links, die auf die Homepage weisen, sind davon natürlich nicht betroffen. Aber die Deep Links. Und die gibts öfter, als man vielleicht glauben mag. Angesichts des nahenden Herbsts habe ich mittels Yahoo! Site Explorer beispielsweise mal geprüft, wie viele externe Links ein paar der grossen Krankenkassen verlören, wenn sie jetzt einen Relaunch wagen und ihre externen Deep Links dabei ignorieren würden. Ergebnis: Eine ÖKK beispielsweise würde satte 32’000 Links preisgeben, was 90% ihrer externen Links entspräche.

Homepage-Links vs. Deep Links (Beispiel Krankenkasse)

Macht man es aber richtig, lassen sich diese externen Links ausnahmslos retten.

Falsche Varianten sind:

  • Alte URLs werden mit einer 404-Fehlerseite abgefangen.
  • Es wird eine Weiterleitung zur Startseite durchgeführt.
  • Mittels HTTP 302 wird der User auf die korrespondierende neue Page weitergeleitet.

Die Variante mit der 302-Weiterleitung (übrigens die weitaus am häufigsten verwendete) führt den User wenigstens zum gewünschten Content – nicht aber Google: HTTP 302 signalisiert nämlich, die Page sei «moved temporarily», womit Google keinen Grund sieht, den Link der neuen URL gutzuschreiben.

Die einzig richtige Variante, um die Links zu retten, ist die Weiterleitung mittels HTTP 301 («moved permanently») zur korrespondierenden neuen URL.

Eine Behandlung, der jede einzelne Page beim Relaunch unterzogen werden muss. Damit landet erstens der User dort wo gewünscht, und nur so wird Google den externen Link (mit einer gewissen Zeitverzögerung allerdings) der neuen URL gutschreiben.

Betrachtet man eine Suchmaschinenoptimierung aber erst nach dem Relaunch, ist es schon zu spät: All die schönen Deep Links sind da möglicherweise unwiderruflich verloren.

Google Suggest: wertvoller als der übrige Google-Traffic

Mittwoch, 10. Juni 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Google AdWords, Suchmaschinenoptimierung | 8 Kommentare

Letzte Woche nahmen wir eine Auswertung vor, welche Traffic-Anteile via Google Suggest zu gewinnen sind. Das Fazit lautete: Mindestens 13% des Google-Traffics laufen heute bereits über Google Suggest.

google-suggest

Jetzt haben wir die Messung noch ein Stück weitergetrieben und folgende Werte erhoben:

  • In welchem Ausmass profitieren AdWords und Organic Listings jeweils von Google Suggest?
  • Wie gut konvertiert der Traffic, der über Google Suggest reinkommt?

Die Datenbasis umfasst diesmal ca. 25’000 Klicks und ca. 700 Verkäufe – eine gewisse Signifikanz liegt also durchaus vor. Und das Ergebnis ist verblüffend eindeutig:

Google Suggest liefert klar besseren Traffic:

suggest-total

Google Suggest generierte also schon 25% des Traffics (in der Vorwoche warens noch 13% gewesen), aber überproportionale 36% der Konversionen!

Das übrigens unabhängig von der Trefferart – sowohl Organic-Klicks als auch AdWords-Klicks konvertieren via Suggest besser:

suggest-split

Erstaunliche Schlussfolgerung: Der herkömmliche Organic Traffic ohne Zusatzschnickschnack liefert die tiefste Performance aller vier Spielarten.

Auf die reinen Konversionsraten reduziert:

suggest-cvr

Der konversionsträchtigste Traffic wäre demnach also ein AdWords-Klick, der nach Verwenden von Google Suggest zustandekommt.

Das Fazit letzter Woche lässt sich also nur bekräftigen: Was Google in seinen Suggests vorschlägt, gehört unbedingt regelmässig ausgewertet. Und idealerweise kümmert man sich um Präsenz für die vorgeschlagenen Begriffe sowohl mittels Suchmaschinenoptimierung als auch mit Google AdWords.

Link Building: Bündner, Google und Rassismus

Mittwoch, 10. Juni 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 3 Kommentare

Link Building ist ein Saukrampf. Und ein vollkommen unverzichtbarer Teil der Suchmaschinenoptimierung: Schliesslich landet – stark abgekürzt ausgedrückt – jener weiter oben bei Google, der über die robustere externe Verlinkung verfügt. Was erlaubt ist und was nicht, ist hingegen unklar: Google selber praktiziert mitunter Methoden, für die es andere bestraft.

Kaum hatte Google eine kritische Grösse erreicht, wurden Links zur Handelsware, und mit immer wieder neuen, mehr oder minder kreativen Methoden versuchen Suchmaschinenoptimierer und Website-Betreiber Links zu generieren.

seo-link-building-chart3

«Link Building 101» (RedAlkemi).

Hierzulande gibt etwa das Bündner Modell derzeit viel zu reden, auf dessen Erfinder begeistert eingedroschen wird – zu begeistert, wie manche finden. Aber wer Links mit irreführenden Behauptungen sammeln will, darf sich über die Haue wohl kaum beklagen.

Android.com: 50’000 zusätzliche Links binnen Stunden

In den USA sind aktuell die Link-Building-Methoden von jemand ganz anderem in der Kritik: Google.

Google?

Google. Denn anlässlich seiner I/O Conference in San Francisco verschenkte Google 500 Android-getriebene HTC Magic an die anwesende Entwicklerschar. Nebst anderen drolligen Folgen führte das (laut Michael Gray von ViralConversations) zu rund 50’000 zusätzlichen Links zu Googles Android-Website, was im hochkompetitiven Telco-Umfeld keine Kleinigkeit ist.

Das Problem dabei: Plattformen, über die Unternehmen Sampling betreiben können, mit deren Hilfe man also nichts anderes machen kann, als Google an seiner I/O Conference getan hat – solche Plattformen also betrachtet Google mit Stirnrunzeln.

Der Service ViralConversations beispielsweise wurde von Google aufgefordert, bei ihren Reviewers nur noch nofollow-Links zuzulassen; das Schweizer Unternehmen Trigami nahm zum selben Thema 2007 proaktiv Stellung, verteidigte zunächst seine Policy, Links ohne nofollow zu tolerieren, rückte aber später davon ab.

Das könnte man dann wohl als Doppelmoral seitens Google bezeichnen: Wenn Google Handys verschenkt, sind die kollateral zustandekommenden Links legitim; wenn andere Unternehmen für derlei eine Agentur bemühen, setzts eine PageRank-Strafe.

Link Building wäre in dieser Sichtweise also dann böse, wenn es von einem Suchmaschinenoptimierer betrieben wird, nicht aber, wenn sich ein Unternehmen selber darum bemüht. Die ansonsten äusserst lesenswerte Lisa Barone verglich diese Haltung in ihrem Zorneseifer gar mit Rassismus.

Widget Baiting: Darf man das jetzt oder nicht?

Weiter zurück liegt der Fall des Mathew Inman: Der Betreiber einer Dating-Plattform schuf kleine, lustige Widgets, die von buchstäblich hunderttausenden Webmastern auf deren eigenen Sites eingebaut wurden und gut sichtbar auf Inmans Dating-Plattform verlinkten. Ein schon etwas kreativerer Ansatz, doch Google schoss Inman ab, wie sich bei SEOmoz nachlesen lässt.

Das ist insofern etwas ironisch, als etwa Google Gadgets genau den gleichen Effekt haben:

google-gadget

Diese Gadget-Links sind keineswegs auf nofollow gesetzt, und bei einer Suche nach [gadgets] nimmt Google unter der Kleinigkeit von 247’000’000 Treffern den – wen wunderts – ersten Platz ein.

Auch hier also scheint nicht mit dem gleichen Massstab gemessen zu werden.

«Google doesn’t think about getting links.»

Gleichzeitig finde ich vollkommen glaubhaft, was Googles Chef-Spam-Jäger Matt Cutts im Zusammenhang mit der Android-Geschichte äusserte:

«The reason people got the free Android phones was because they had paid 2-3k to attend the event and they were the perfect demographic to be developing Android applications. Google wanted the applications developed, not links. Google doesn’t think about getting links.» [via Outspoken media]

Das glaube ich sofort. Und nur nebenbei: Als Google Japan schlankweg Links einkaufte, wurde dessen PageRank manuell herabgestuft. Google muss sich nämlich gar nicht um Links kümmern – die kommen ganz von allein, nämlich immer dann, wenn Google «piep» sagt. Und genau das ist eben nicht so lustig: Googles Services greifen immer weiter aus, geraten in Konkurrenz mit immer mehr Branchen und Unternehmen, und dank seiner Suchmaschine und dessen linkbasiertem Algorithmus hat Google stets von Anfang an einen Wettbewerbsvorteil.

Überspitzt gesagt: Würde Google morgen einen Online-Schuhladen starten, wäre der unter anderem dank unweigerlich starker Verlinkung schnell die Nummer 1. Und das dürfte ein viel grundsätzlicheres Problem darstellen als Googles (angebliche?) Feindseligkeit den SEOs gegenüber.

Splash Pages: Böser Googlebot! Geh weg!

Freitag, 5. Juni 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

Sie sind nicht auszurotten: die Splash Pages.

Selbst noch 2009 verbarrikadieren zahlreiche (und nicht die kleinsten) Unternehmen den Zugang zu ihren Websites mit inhaltsleeren Startseiten, die den User zu sinnlosen Handlungen zwingen und für Suchmaschinen die reine Katastrophe darstellen. Als habe man noch nie davon gehört, dass die Homepage einer Website…

  • die wichtigste Seite eines Webauftritts ist;
  • am meisten Besucher anzieht;
  • die meisten Links generiert;
  • auch für Suchmaschinen den zentralen Entry Point in eine Website darstellt;
  • kurzum das wichtigste Online-Gut eines Unternehmens darstellt.

Bei Unternehmen mit eher lokaler Ausstrahlung kann das unter Umständen vernachlässigbar sein. Das Hôtel la Poste in Château-d’Oex beispielsweise hat die zweiteilige Splash Page erfunden und lässt den Mauszeiger von Kuhköpfen jagen. Das kontrastiert zwar mit Best Practices und den 13 GaultMillau-Punkten des Lokals gleichermassen, ist aber irgendwie nicht so richtig schlimm.

Bei globalen Top Brands oder Branchen-Sites über Splash Pages zu stolpern – das tut schon eher weh.

Besonders schmerzhaftes Beispiel: Alldays aus dem Hause Procter & Gamble.

alldays-home

Eigentlich würde mein Browser ausreichend signalisieren, dass ichs mit Französisch nicht so habe. Will ich aber mehr über das Produkt erfahren und mich nachhaltig als deutschsprachig kenntlich machen, sind nicht weniger als vier (in Ziffern: 4) Maushandlungen nötig:

  1. Auswahlmenü öffnen
  2. «Deutsch» markieren
  3. «Sprachauswahl speichern» aktivieren
  4. Pfeil-Button neben dem Auswahlmenü klicken

Et voilà – schon bin ich drin. Dass die Suchmaschine von diesen 4 Handlungen exakt 0 ausführen kann, ist halt schade: viel mehr kann man gar nicht mehr tun, um Suchmaschinen auszusperren. Und die Userin möchte keineswegs ihre Sprache wählen (so eine hat sie schon), sondern ihr Produkt.

Aber gut, es handelt sich um eine Image Site, und um Suchmaschinen scheint sich P&G grundsätzlich nicht zu kümmern: Ariel dürfte in Sachen Splashiness einen Weltrekord aufstellen, head & shoulders, Meister Proper und unzählige andere Produkte-Sites sind Flash-Orgien, Kukident (bzw. blend-a-dent, URL und Inhalt sind sich da uneins) besteht zu 100% aus Bildern.

Das arme Google ist darob fallweise so verwirrt, dass man bei der Suche nach einem P&G-Brand nichtmal die Startseite geliefert kriegt. Und von der Schweizer Corporate Site von P&G aus (richtig, ebenfalls eine Splash Page) zielen die Links zu den Produkte-Sites immer mal wieder ins Leere, womit P&G seine hart erarbeitete Link Power grundlos verpuffen lässt. Dabei würde man bei pg.com immerhin mit einem PageRank von 8 starten.

Schon etwas mehr Kompetenz dürfte man hingegen hier erwarten – immerhin publizieren die Leute Ranglisten der besten Schweizer Websites:

anthrazit

Das ist (ich sags zur Sicherheit) die Startseite von anthrazit, dem digitalen Lifestyle-Magazin. Dass ich mit einem «PC/Mac» daherkomme, wird prima erkannt – klicken muss ich trotzdem. Wenigstens sorgt dann ein Cookie dafür, dass der Unfug beim nächsten Besuch unterbleibt.

Der entfernte und nicht weniger fragwürdige Cousin der Splash Page – das Flash Intro nämlich – hat von Google vor einiger Zeit eine Spezialbehandlung erfahren: Seit einem Jahr lässt sich «Skip Intro» fallweise direkt in Google selber klicken .

Schön wäre nun, wenn Google auch einen «Skip Splash Page»-Link böte. Doch dazu müsste Google so eine Splash Page erstmal bedienen können.

Bis dahin lässt sich nur der Ratschlag erteilen, man möge auf derlei Dinge doch bitte verzichten – zu Gunsten Googles und der User.

Google Suggest: Schon jetzt ein bedeutender Traffic-Faktor

Donnerstag, 4. Juni 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Google AdWords, Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 3 Kommentare

Im April 2009 lancierte Google «Google Suggest» endlich auch in der Schweiz. Seither kriegen User, die Google.ch nutzen, gleich beim Eintippen laufend verfeinerte Suchvorschläge eingeblendet:

google-suggest

Praktische Sache. Bei Website-Marketing drüben kündigte ich vollmundig an, wir würden die Sache mal testen. Zu vollmundig, wie ich jetzt zugeben muss: Die Messung mit Google Analytics ist zwar problemlos zu bewerkstelligen (mehr dazu etwa beim SEO Punk), aber die Aussagekraft der Daten ist aus verschiedenen Gründen limitiert:

1. Wenn jemand direkt in der SERP selber das Suchfeld nutzt, gibts keine Suggestions:

    google-serp-no-suggest

    2. Suchabfragen etwa mittels Google Toolbar oder Firefox-Suchfeld generieren zwar auch Vorschläge, aber erstens andere, und zweitens nur in Ausnahmefällen solche, die Google Analytics messen kann:

      google-toolbar-search-no-suggest

      3. Verwendet jemand Google Suggest, klickt aber nicht auf mein Listing, kriege ich das gar nicht erst mit.

        Das heisst: Unser Messlauf (anhand eines Schweizer Online Shops durchgeführt) liefert letztlich eine Minimalaussage. Doch die hats bereits in sich:

        Mindestens 13% aller Organic-Klicks laufen heute bereits über Google Suggest.

        google-suggest-yes-or-no

        Ein Drittel aller User, die wir messen konnten, hatten also eine Suggestion vor sich, und davon nutzten 40% einen der Vorschläge, anstatt ihre Suche selber fertigzutippen.

        Und das übrigens in begrifflich sehr grosser Breite: Via Suggest kamen in 7 Tagen 2’023 Klicks für 1’256 unterschiedliche Keywords zusammen.

        Wenig erstaunlich ist, dass die zuoberst eingeblendeten Suggestions am meisten Traffic generieren:

        google-suggest-positione

        Selbst eingedenk aller Messbeschränkungen zeigt sich jedenfalls: Google Suggest ist auf Anhieb ein bedeutender Traffic-Faktor. Und das hat Implikationen fürs Suchmaschinenmarketing:

        • Schlägt Google Begriffe vor, die für mich relevant wären?
        • Bin ich dafür in den Organic Listings sichtbar?
        • Bin ich dafür mit einem AdWord sichtbar?

        Was für den User eine bequeme Hilfe darstellt, bietet einem Unternehmen also eine neue und potenziell wertvolle Datenquelle für die begriffliche Optimierung sowohl der AdWords-Kampagne als auch des Website-Contents.

        So. Und ab heute messen wir zusätzlich noch folgendes:

        • Wie viele Klicks liefert Google Suggest für AdWords?
        • Wie konvertieren Suggest-Klicks im Vergleich zu den übrigen Google-Klicks?

        Ergebnisse gibts dann in einer Woche.

        AdWords und Organic Listings: Kein Zusammenhang

        Mittwoch, 27. Mai 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Google AdWords, Suchmaschinenoptimierung | 1 Kommentar

        Das Gerücht lässt sich offenbar nicht ausrotten: Wer bei Google eine AdWords-Kampagne buche, beeinflusse damit auch seine Rankings in den Gratis-Listings. Dass sämtliche unter Eid abgegebenen Google-Statements und alle bekannten Messungen das Gegenteil zeigen, scheint irgendwie egal zu sein.

        Von all den verschiedenen Varianten dieses Gerüchts ist die folgende am populärsten:

        Google versenke Websites in den Trefferlisten, um deren Betreiber zum Buchen von AdWords zu zwingen.

        Ihre Hausse erlebte diese Behauptung vor ziemlich genau zwei Jahren, als Google in manchen Trefferlisten dummerweise einen internen «GG-Score», Page-View-Werte und zusätzliche Klassifizierungen einblendete, was den Verdacht nahelegte, jedem Gratis-Listing werde intern ein monetärer, aus AdWords extrahierter Wert zugewiesen, was zeige, dass Google gute AdWords-Kunden bevorzugt behandle oder benachteilige oder was auch immer, auf jeden Fall: QED.

        Matt Cutts dementierte damals umgehend, und angeblich (eine Originalquelle habe ich nicht entdecken können) hat Google auch vor der Federal Trade Commission unter Eid ausgesagt, AdWords und Organic Listings seien komplett voneinander getrennt.

        Google wird genutzt, weil die Treffer gut sind

        Gerade kürzlich kam die Behauptung anlässlich eines Internet-Briefing-Referats im Plenum auf, an vielen Tischen wurde genickt; und in meinem Google Reader sprang mich gestern ein Artikel an, in dem diese alte Ente wieder mal quakt.

        Ich halte das alles für Quatsch.

        Was ist Googles Kerngeschäft? Die kostenlos zu benutzende, organische Suche. Die User besuchen Google nicht deshalb in Massen, weil AdWords hübsch anzuschauen sind, sondern weil man bei Google innerhalb nützlicher Frist relevante Informationen zu so ziemlich allem finden kann. Das funktioniert deshalb so gut, weil Googles Index riesig und der Ranking-Algorithmus, allen Unkenrufen und allem Spam-Treiben zum Trotz, ziemlich robust ist. Die User nutzen Google, weil die Gratis-Treffer gut sind, was letztlich den einen oder anderen AdWords-Klick abwirft, womit Google sehr viel Geld verdient.

        Würde Google seinen Ranking-Algorithmus nun mit AdWords-Parametern ausstatten – also z. B. mit einem Mechanismus, der Websites im Ranking bestraft, sofern sie keine AdWords gebucht haben – so würde die Qualität der Gratis-Listings, also das Kerngeschäft selber beschädigt, und zwar massiv: Denn bis so etwas tatsächlich auf die Bilanz durchschlägt, müsste es im ganz grossen Stil betrieben werden.

        «Umsatzverdreifachung dank Manipulation»

        Der oben schon mal verlinkte Andrew Lehman beispielsweise macht folgenden argumentativen Dreh:

        «Google decided to go public in 2004. On November 15, 2004, they enacted the first of several major algorithm changes, pushing many of the optimized sites from top positions (…). The result was an overnight tripling of Google revenues

        Eine völlig unzulässige Kausalbildung: Google steigert seinen AdWords-Umsatz deshalb ständig, weil AdWords funktionieren. Und AdWords funktionieren unter anderem deshalb, weil die organische Suche tipptopp klappt.

        Würde Google die Gratis-Listings auf AdWords-Umsätze drillen, wie Lehmann behauptet, wäre die Service-Qualität kompromittiert und Google würde zwingend schlechter. Würde Google aber schlechter, blieben die User aus, was weniger Klicks auf AdWords nach sich zöge und den Umsatz zurückgehen liesse: ein klassischer Beinschuss.

        Was aber indirekt stimmt: AdWords können Links generieren

        Umgekehrt – so wird jedenfalls da und dort berichtet – würden manche Suchmaschinenmarketer AdWords-Kampagnen mit dem Argument zu verkaufen versuchen, man booste damit seine Gratis-Listings.

        Das ist natürlich unseriös und genauso Blödsinn – und hat dann via Hintertür doch etwas Wahres: Google sortiert Websites nach deren Popularität, gemessen am Grad und an der Qualität der externen Verlinkung. Und ein grosszügiges Marketing-Budget kann die Popularität befördern: Wer intensives Online Marketing mit allen Facetten – also gerade auch mit AdWords – betreibt und einen unübersehbaren Digital Footprint hinterlässt, der steigert gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, wahrgenommen, rezipiert und womöglich verlinkt zu werden. Und das verbessert bekanntlich die Rankings.

        Dass aber das Buchen einer AdWords-Kampagne die Ursache steigender oder fallender Rankings sein soll, glaube ich keine Sekunde.

        Google Profile: Lassen Sie sich anschauen

        Mittwoch, 22. April 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

        «When I look at the television I wanna see me staring right back at me» sangen die Counting Crows 1994. Im Internet, das damals noch nicht so in Schwung gekommen war, kann man sich dieses Erlebnis problemlos selber bereiten.

        Neuerdings auch bei Google: Wer sich ein Google Profile einrichtet und nach sich selber sucht, darf sein Bildli am unteren Rand der Trefferliste angucken (funktioniert erst in Google.com):

        Google Profiles in der Trefferliste

        Die Links, die man im Profil platzieren darf, sind übrigens nicht auf nofollow gesetzt. Mal schauen, wie schnell die internationale SEO-Schurkenbande die Sache zupflastert. Zudem findet keine Validierung meiner Daten statt, da wird man künftig wohl noch ein paar Dinge von falschen Profilen vernehmen, wie das ja auch in Social Networks immer wieder geschieht. Ich frage mich, was passiert, wenn irgendein fieser Kerl meine Identität klaut, und ob das bereitgestellte Formular («Report this profile») dann wirklich hilft. Und ich frage mich auch was geschähe, wenn ich selber ein anderes Profil in böswilliger Absicht melden und der «Impersonation» bezichtigen würde.

        Upside: Google Profiles geben dem Einzelnen eine leicht erhöhte Kontrolle darüber, welchen Eindruck man via Google erweckt – den letzten Eintrag auf Seite 1 kann ich jetzt immerhin ganz allein definieren.

        Die Google Sitelinks haben Nachwuchs gekriegt

        Samstag, 18. April 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

        Bei einem sogenannten «Navigational Search» – wozu vor allem die Suche nach konkreten Brands gehört – blendet Google in vielen Fällen und seit längerem die sogenannten Sitelinks ein, jene Deep Links, die dem User beim Ansteuern der gesuchten Inhalte einer Website unter Umständen Umwege ersparen:

        SBB: Beispiel für Sitelinks

        Generiert werden diese Sitelinks (die ich nicht mehr missen möchte) automatisch, basierend vor allem auf interner und externer Verlinkung. Deshalb kann nicht auf Knopfdruck bestimmt werden, wie die Sitelinks inhaltlich aussehen sollen. Man kann bloss nachträglich Sitelinks entfernen, und zwar in den Google Webmaster Tools:

        Sitelinks blockieren mit Google Webmaster Tools

        Soweit, so bekannt.

        Jetzt hat Google das Konzept ausgeweitet und blendet fallweise auch sogenannte «One-Line-Sitelinks» ein:

        One-Line Sitelinks (Beispiel: lastminute reisen)

        Die Suchabfrage lautete hier: «lastminute reisen» – also so ziemlich das Gegenteil eines Navigational Search. Stellt sich die Frage: Welche Websites kommen in den Genuss jener One-Liner? Und bei welchen Suchabfragen wird das eingesetzt? Antwort: Keine Ahnung. Zufällige Testabfragen führen zu den unterschiedlichsten Ergebnissen, und fallweise kriegt Platz 1 keine One-Liner (obwohl der Brand selber Sitelinks hat), die Plätze 2 und 3 dann aber schon. Der Grund scheint darin zu liegen, dass nur die Listung von Homepages mit One-Line Sitelinks verziert werden.

        Wie die One-Liner inhaltlich definiert werden, ist hingegen simpel: Es werden jeweils die 3 oder 4 ersten Sitelinks verwendet, die bei der Suche nach dem entsprechenden Brand auch aufgetaucht wären:

        Wie aus Sitelinks One-Line-Sitelinks werden Beispiel Mobiliar)

        Und das heisst: Mit der konkreten Suchabfrage haben diese One-Liner eigentlich gar nichts zu tun. Ob das die User Experience wirklich verbessert? Und die Darstellung finde ich in der jetzigen Form ein bisschen gar sardinenbüchsenhaft.

        Separat verwalten kann man die One-Liner übrigens (noch) nicht, sagt der offizielle Blog-Eintrag bei Google.

        Studie: Grossfirmen machen in Google eine schlechte Falle

        Mittwoch, 8. April 2009 | Von: Lukas Stuber | Kategorie: Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

        Brands gehören zu den meistgesuchten Begriffen in Google überhaupt: Sei es aus Navigationsfaulheit, aus Adressunsicherheit («Wie lautet die URL von Kühne & Nagel schon wieder?») oder aus Informationsbedürfnis: User tippen Brands in grosser Zahl in Google ein – oftmals sogar häufiger als generische Begriffe:

        Brands-Suchpopularität

        Grund genug also, seinem Erscheinungsbild in Google ausreichend Pflege angedeihen zu lassen. Doch das geschieht bloss selten – man vergleiche nur mal die Einträge der Roche-Gruppe und von Jelmoli:

        Brands-Roche-Jelmoli

        Im Rahmen einer Studie haben wir nun untersucht, wie sich die 100 grössten Schweizer Unternehmen in Google präsentieren und haben dabei eine ganze Reihe von Kriterien überprüft und bewertet:

        Das Ergebnis ist einigermassen ernüchternd:

        • 4 der 100 grössten Schweizer Unternehmen tauchen bei der Suche nach ihrem Brand nicht einmal auf Platz 1 auf.
        • 6 Unternehmen erwähnen ihren Brand im Pagetitle nicht (s. obiges Roche-Beispiel).
        • 10 Unternehmen geben sich damit zufrieden, dass ihre Trefferbeschreibung aus dritter Quelle stammt (nämlich DMOZ) statt von ihnen selber.
        • Nur gerade 13 Unternehmen ergreifen die Gelegenheit, ihren Brand zusätzlich via AdWord zu positionieren.
        • 66 Unternehmen liefern in der Trefferüberschrift keinerlei Informationen zu ihren Dienstleistungen und Angeboten.
        • 32 Unternehmens-Websites weisen eine so unklare Struktur auf, dass Google keine Sitelinks definieren kann.

        Testsieger: Die Basler Kantonalbank.

        Brand-BLKB

        Testverlierer: Die Banca della Svizzera Italiana (wer findet sie im folgenden Screenshot?).

        Brand-BSI

        Die Zusammenfassung der Studie lässt sich kostenlos herunterladen, die Vollversion kann zum Preis von CHF 150.- plus MWST. bezogen werden.

        Und als kleiner Sneak-A-Peek hier noch die dazugehörige Präsentation:

         
        Google Adwords Certified Partner