Google Shopping in der Schweiz gestartet

Mittwoch, 19. Oktober 2011 | Von: | Kategorie: E-Commerce, Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

Wie bereits in zahlreichen anderen  Ländern ist die Google Produktsuche ab jetzt auch in der Schweiz verfügbar. User, die kauf- oder produktorientiert suchen, bekommen in einem sehr frühen Stadium ihrer Recherche relevante Zusatzinformationen geliefert. Das heisst: Produktbezogene Suchanfragen führen zur Anzeige von Suchergebnissen, die direkt zum Angebot der jeweiligen Online-Shops von Schweizer Händlern führen. Aktuell fehlt noch die Einbindung in die klassische Google Suche – als sogenannte Universal Search Ergebnisse – wie dies z.B. in Deutschland bereits der Fall ist.

Ebenfalls noch nicht gestartet ist die Einbindung in Google AdWords. Die Möglichkeiten, die die Produktsuche Werbetreibenden bietet, sind vergleichbar mit denen von Google Maps. Die Anreicherung der bezahlten Suchergebnisse um konkrete Produktinformationen erhöht die Attraktivität der Anzeige und erleichtert den Weg zum Shop. Für Online-Shops ist das Potenzial daher natürlich enorm hoch.

Wie können Schweizer Online-Shops bei Google Shopping mitmachen?
 
Das Wichtigste vorweg: Google Shopping ist für Shop-Betreiber gratis. Und das Mitmachen ist denkbar einfach – wenngleich mit einigen Stolperfallen verbunden: Shop-Betreiber, die wollen, dass ihre Produkte in Google Shopping Suchergebnissen erscheinen, müssen einen Datenfeed zur Verfügung stellen, der vollständige und aktuelle Produktinformationen enthält. Um die Qualität der produktbezogenen Suchergebnisse sicherzustellen, verlangt Google zudem eine regelmässige Aktualisierung des eingereichten Feeds. Über das Google Merchant Center können Feeds verwaltet und auf dem neusten Stand gehalten werden.

Einen Überblick über die Möglichkeiten und Anforderungen, die Google Shopping mit sich bringt, gibt die Präsentation von Lukas Stuber.

Wahlkampf-Suchmaschinerie: die verpasste Chance

Der Wahlkampf um die Sitze im Schweizer Bundesparlament geht in die heisse Phase. Es ist kaum mehr möglich, den Plakaten, Inseraten und Wahlkampf-Parolen der Parteien zu entkommen. Doch im Bereich des Suchmaschinen Marketings weht statt eines Wahlkampf-Orkans ein laues Lüftchen.

In der «Zeit» vom 22. September 2011 setzte sich der ehemalige Zürcher Regierungsrat Markus Notter mit der Frage auseinander, was geschehen würde, wenn alle Parteien auf Wahlkampagnen verzichten würden. Seiner Meinung nach würden die Stimmanteile der Parteien vermutlich gleich bleiben – jedoch würde sich die Wahlbeteiligung vermindern. Wahlkämpfe sind demnach in erster Linie auf Mobilisierung ausgerichtet und werden deshalb auch zumeist emotional geführt.

Diese Argumentationslinie scheint durchaus sinnvoll. Sind die Stiefeltreter-Plakate der SVP für linke Wähler nicht genau so mobilisierend wie für die SVP-Anhänger? Und ist es für eine Partei nicht geradezu unmöglich, über Werbung ihr umfassendes Programm zu kommunizieren? Vielmehr steht doch das Schüren von Emotionen zur Mobilisierung des eigenen Wahlvolkes im Vordergrund der Kampagnen.

Werbemittel wie Plakate, Inserate usw. sind also in erster Linie Push-Werbemittel, die die bereits entschiedenen Wähler mobilisieren. Doch gibt es genug Wähler, die noch nicht entschieden haben, wo sie Ihr Kreuz machen. Diese unentschiedenen Wähler informieren sich in diesen Tagen über die Parteiprogramme – und dies in grosser Zahl übers Internet und über Suchmaschinen. Man kann beispielsweise nach einer kurzen Auswertung davon ausgehen, dass in diesem Monat rund 120‘000 Personen in der Schweiz nach dem Keyword „nationalratswahlen“ suchen. Von weiteren interessanten Keywords bis hin zum Long Tail gar nicht zu sprechen – Potenziale von bis zu einer halben Million Impressions sind durchaus realistisch.

Regelmässige starke Steigerung der Suchhäufigkeit des Keywords "nationalratswahlen"

Regelmässige starke Steigerung der Suchhäufigkeit des Keywords "nationalratswahlen"

120‘000 interessierte potenzielle Wähler auf der Suche nach Informationen über die Nationalratswahlen? Das klingt nach einer interessanten Zielgruppe für jede Partei, könnte man meinen. Doch weit gefehlt: Folgendermassen stellen sich die Suchresultate für das Keyword „nationalratswahlen“ auf der ersten Ergebnisseite von Google dar:

Erste Ergebnisseite bei der Google-Suche nach "nationalratswahlen"

Erste Ergebnisseite bei der Google-Suche nach "nationalratswahlen"

Folgende Rückschlüsse kann man daraus ziehen:

AdWords-Präsenz

  • Wahlhelfer-Plattformen und allgemeine Informations-Websites sind sehr präsent.
  • Dazu gesellen sich einige versprengte Kandidaten mit personen-bezogenen Anzeigen. Das Schlimme daran: Meistens sind diese Kampagnen Schweiz-weit präsent, obwohl die Kandidaten nur in Ihrem Heimatkanton gewählt werden können. Die Targeting-Funktionen von Google werden viel zu wenig genutzt und die Kampagne wird dadurch ineffizient.
  • Keine einzige Partei ist mit einem Gesamtkonzept präsent.

Präsenz in den organischen Listings

  • Auch bei den unbezahlten Resultaten sind auf der ersten Seite keine Parteien präsent – dafür eine Menge unabhängiger Informationsportale.
  • Auf Platz 11 folgt als erste Partei die SVP mit einer Microsite zu den Wahlen, auf Platz 13 parteifrei.ch
  • Auf den Plätzen 22 und 23 folgen dann die EVP und die FDP des Kantons Zürich.

Fazit: Es gibt keine Partei, die ein stimmiges Suchmaschinenmarketing-Konzept hat und in den einzelnen Kantonen für Ihre Kandidaten mittels Google-AdWords-Targeting wirbt. Auch im Bereich SEO sieht‘s nicht besser aus: Die kaum vernetzten Parteifreien schaffen es mit einem soliden Web-Auftritt immerhin auf Platz 13 der organischen Suchmaschinenresultate – das zeigt, dass das Potenzial für gute Gratis-Listings vorhanden wäre.

Im Vergleich dazu ein Blick über die Landesgrenze: In Berlin erreicht die Piratenpartei fast 9% der Wählerstimmen. Hauptthema und Kommunikationsmedium zugleich: die digitale Welt und das Internet. Obamas Wahlkampf 2008 galt als erster Wahlkampf 2.0. Vier Jahre später war nicht zu erwarten, dass die Schweizer Parteien eine ähnlich ausgefeilte Web-Strategie entwickeln. Doch sogar User, die sich mittels Keywords zu ihrem Informationsbedürfnis bekennen, werden von den Parteien nicht bedient. Mobilisierung ist in diesem Wahlkampf alles – das Informieren interessierter Wähler nur sekundär. Es bleibt zu hoffen, dass der Wahlkampf nicht die Legislatur prägt.

SuisseEMEX: Yourposition referiert am «Google Erlebnis Tag»

Montag, 25. Juli 2011 | Von: | Kategorie: Google AdWords, In eigener Sache, Suchmaschinenoptimierung | 8 Kommentare

An der diesjährigen SuisseEMEX (23. bis 25. August 2011) steht der Schlusstag ganz im Zeichen von Google – ein veritabler Google Day steht an, bei dem auch Yourposition auftritt.

Am Donnerstag, 25. August 2011, gibt sich Google an der SuisseEMEX die Ehre: Das 3. Stockwerk der Zürcher Messe ist für den «Google Day» reserviert, Besucher haben die Gelegenheit, bei diversen Beratungsstationen ihre Fragen rund um Google AdWords zu stellen und Antworten aus erster Hand zu kriegen. Dazu gibts kostenlos Referate zu hören, unter anderem von Yourposition.

Yourposition am Google Day: Referate für Einsteiger und Fortgeschrittene

Auf freundliche Einladung von Google hin wird Yourposition (konkret ich selber) mit zwei Referaten am Google Day vertreten sein:

  • DO, 25.8.2011, 10:30 – 12:45: Online Marketing mit Google AdWords
  • DO, 25.8.2011, 15:00 – 17:15: Neueste Funktionen von Google AdWords

Die Plätze sind limitiert, Gutscheincodes und Tickets gibts hier.

Das erste Referat richtet sich explizit an Einsteiger und wird grundsätzliche Themen behandeln: Funktionsweise, Pricing, Marketing-Ziele, Optimierungschancen. Das zweite Referat ist eher für Fortgeschrittene gedacht, dabei wirds um Bereiche wie Bid Management, Cross-Channel-Optimierungen, Datensegmentierungen, Produktlisten und allerlei mehr gehen.

Online Forum: Referat zu Google Product Search

Tags zuvor ist Yourposition zudem im Online Forum vertreten: Eingebettet ins Thema «Umsatzmaschine Internet» werde ich ein Referat zu Google Product Search halten. Googles Produktesuche, die Auswirkungen auf SEO und AdWords zugleich hat (sowie vermutlich auf andere Preisvergleichsportale), ist hierzulande noch nicht verfügbar, wird aber sehnlichst erwartet. Beschaut man sich Zahlen aus Deutschland, wird die Sehnsucht verständlich…

«+1»: I like à la Google

Dienstag, 12. April 2011 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 3 Kommentare

Ende März lancierte Google seinen +1 Button. Ein weiterer Versuch, einen Social Media Layer über die Trefferlisten zu legen und zusätzlich von Usern generierte Ranking-Signale zu erhalten. Live ist +1 erst in Google.com und die aktive Nutzung setzt einen Google Account, ein Google Profile sowie eingeloggtes Suchen voraus.

Die Diskussionen um die Qualität der Google-Treffer, der grossmächtige Farmer- oder Panda-UpdateFacebooks steigende Martktanteile in Sachen Search sowie Bing/Yahoos Sprung über die 30%-Marke machen es augenfällig: Google braucht dringend neue Ranking-Signale, und Google muss nicht minder dringend vorwärtsmachen in Sachen Social Media. Die Antwort, die Google am 31. März 2011 lancierte, hat mit beiden Problemkreisen zugleich zu tun: +1.

Die wichtigsten Links vornweg:

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MySignTALK: Suchmaschinenoptimierung

Sonntag, 10. April 2011 | Von: | Kategorie: In eigener Sache, Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

Mitte März war ich zu Gast bei MySign in Olten, durfte auf einem bequemen weissen Sessel Platz nehmen und Mike Müllers Fragen zur aktuellen Reputationsmisere der SEOs, zu Linkkauf, Farmer Update und der Zukunft der Suchmaschinenoptimierung beantworten. Hat Spass gemacht.

MySignTALK mit Lukas Stuber von Yourposition – Zukunft der Suchmaschinen-Optimierung

Wozu Suchmaschinenoptimierung?

Montag, 21. Februar 2011 | Von: | Kategorie: Suchmaschinenoptimierung | 2 Kommentare

Es ist etwas faul im Staate SEO: Seit jeher dem Manipulationsverdacht ausgesetzt, erhält die Marketing-Disziplin der Suchmaschinenoptimierung in jüngster Zeit schlechtere Presse denn je. Content-Farmen und Link Spam, so heisst es, verseuchen die Google-Treffer immer mehr.

In Sachen SEO gings zu Beginn des Jahrs 2011 hoch her:

SEO hat ein Reputationsproblem, einmal mehr, und mehr als sonst. Manches in den oben verlinkten Berichten mag zutreffen, anderes ist simplifiziert – doch das spielt letztlich keine Rolle. Tatsache ist, dass ein medial multiplizierter Konsens entsteht, Googles Trefferlisten würden immer schlechter, und schuld daran sei die SEO-Gilde, resp. Googles wachsende Unfähigkeit, dem Treiben jener Gilde Herr zu werden. Angesichts der diversen Vorfälle kann man das sogar verstehen, und der Verweis von Googles Matt Cutts auf noch schlechtere Treffer aus dem Jahr 2000, Googles manuelles Eingreifen im Fall JCPenney oder die auffällig zeitnahe Lancierung einer Chrome Extension gegen Spam untermauern die Diagnose eher, als dass sie damit hinfällig würde. Vom polarisierenden «Bing Sting» ganz zu schweigen.

Haben die Google-Treffer wirklich an Qualität eingebüsst? Ich finde nicht, aber möglich wärs.

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Auf der Suche nach Pianisten – oder: Warum Google immer schlauer wird

Freitag, 14. Januar 2011 | Von: | Kategorie: Suchmaschinenoptimierung | 3 Kommentare

Wertvolle organische Suchergebnisse sind das Kerngeschäft jeder Suchmaschine. Wer keine brauchbaren und thematisch relevanten Suchergebnisse liefert, kann auch als Werbeplattform schnell einpacken. Kein Wunder daher, dass bei Google & Co. so ziemlich alles transparent ist – ausser dem Ranking-Algorithmus. Weswegen der Run auf Top-Platzierungen massgeblich von der Frage geleitet wird, wie dieser Algorithmus wohl aufgebaut ist. Zentrale Fragestellung dabei immer: Wie entscheiden Suchmaschinen über die Relevanz einer Seite?

Lange Zeit hatten Optimierer eine denkbar einfache – um nicht zu sagen: banale – Antwort auf diese Frage: Keywords. Kommt das gesuchte Wort auf der Seite vor, dann ist die Seite auch relevant. Es liegt auf der Hand, dass bei einer derart simplen Konstruktion der Missbrauch in Form von Keyword Stuffing schon vorprogrammiert war. Ebenso offensichtlich, dass Suchmaschinenalgorithmen womöglich etwas komplizierter funktionieren – zumal das Augenmerk von SEO-Spezialisten in den letzten Jahren weitestgehend auf einem anderen Faktor lag: Links.

Klavierspieler oder Pianist?

Die Platzierung von Keywords scheint also nicht der Weisheit letzter Schluss. Ein Beispiel beweist dies: Pünktlich zum Jahresanfang fehlt mir noch ein neuer unrealistischer Vorsatz für 2011. Da sich meine musikalische Früherziehung auf die korrekte Fingerstellung bei Blockflöten beschränkte, ist mein Plan schnell gefasst: Klavierunterricht. Um mich bereits jetzt auf meine Ersatzkarriere angemessen vorbereiten zu können, lasse ich mich von den Grossen der Branche inspirieren und mache mich mittels Google auf die Suche nach Klavierspielern.



Moment. Obwohl ich ziemlich eindeutig nach „klavierspieler“ suche, liefert Google mir mit dem Wikipedia-Eintrag an oberster Stelle ein organisches Suchergebnis, auf dem lediglich von Pianisten die Rede ist. Zugegeben: inhaltlich mag der Unterschied nicht sonderlich gross sein – aber woher weiss Google das? Die Platzierung des Keywords auf der Suchergebnisseite scheint jedenfalls nicht den Ausschlag für ein Top-Ranking zu geben. (Ein Schauder überfällt mich: Kennt Google jetzt also doch meine Gedanken? Oder Wikipedia? Oder das Internet überhaupt?)

Üblicherweise verweisen die Interpreten des Google Algorithmus‘ an dieser Stelle auf Links. Wo das Keyword auf der Seite nicht zu finden ist, wird es ausserhalb der Seite vermutet. Nicht auszuschliessen in der Tat, dass einige Websites mit dem Begriff „Klavierspieler“ auf die Wikipedia-Seite „Pianist“ verlinken. Die Erfolgs- und Misserfolgsgeschichte von „miserable failure“ zeigt jedoch deutlich, warum eine solche Argumentation ins Leere laufen muss. Zur Amtszeit von George W. Buch jr. verwies im Jahr 2003 eine Vielzahl an Links mit diesem Text auf die Homepage des Weissen Hauses – weswegen die Seite für diesen Begriff entsprechend hoch rankte. Google hat diesen Denkfehler längst behoben: eine hohe Anzahl gleichlautender keywordhaltiger Links reicht für eine hohe Platzierung nicht aus – vor allem dann nicht, wenn das Keyword auf der eigentlichen Seite gar nicht vorkommt.

Umso verwunderlicher also, dass ich auf der Suche nach Klavierspielern nur Pianisten finde.

Themen statt Keywords

Amerikanische Suchmaschinenspezialisten des Unternehmens SEOmoz haben vor einigen Monaten an ein Modell erinnert, das eine andere mögliche Erklärung für ein solches Ranking-Verhalten ins Feld führt. Sie stützen sich auf einen im Jahr 2003 vorgestellten mathematischen Ansatz, der die Relevanz eines Dokumentes an die Wahrscheinlichkeit seiner Zugehörigkeit zu einem oder verschiedenen Themen knüpft: Latent Dirichlet Allocation. Und ab jetzt wird’s kompliziert.

Denn ein Dokument – oder eine Webseite – besteht üblicherweise aus mehr als einem Wort. Und ein Wort lässt sich normalerweise mehr als nur einem Thema zuordnen. Leicht vorstellbar, dass die thematische Modellierung eines durchschnittlich komplexen Textes nicht ganz banal ist. Weshalb die mathematische Formel zur Beschreibung der Wahrscheinlichkeit P, dass ein Wort W aus einem Wortschatz V in einem Dokument mit K verschiedenen Themen zu einem Thema Z gehört, dann auch so unmittelbar einleuchtend ist:

Aha. Der Ansatz scheint auf den ersten Blick komplex genug, um als Basis für einen Ranking-Algorithmus zu taugen. Eine Webseite wäre demzufolge erst dann für eine Suchanfrage relevant, wenn sie den gleichen Themenfeldern zuzuordnen ist wie die Suchbegriffe – unabhängig davon, ob die Keywords tatsächlich wortwörtlich auf der Seite auftauchen.

In jedem Fall scheint es lohnenswert, diesen Ansatz weiter zu verfolgen – zumal (im Fall Google) die Zukunft des berühmten PageRank wegen auslaufenden Patentrechten und ausbleibendem Update ungewiss ist. Erste empirische Untersuchungen zeigen auffällige Korrelationen zwischen der besagten Latent Dirichlet Allocation und dem Ranking der Google Suchergebnisse.

Und jetzt?

Komplizierte Vorüberlegungen führen zu einem recht einfachen Fazit: mit dem schematischen Platzieren von Keywords ist es bei dem zunehmend komplexer werdenden Thema Suchmaschinenoptimierung nicht getan. Content Manager sollten vielmehr auch auf die Platzierung von Begriffen achten, die das thematische Umfeld möglichst präzise umreissen. Kurz: wer über den Gotthardtunnel schreibt, sollte neben Gotthard auch die Wörter Tunnel, Pass und Stollen verwenden – und auf Musik, Band oder Steve Lee möglichst verzichten. Völlig revolutionär ist diese Erkenntnis am Ende nicht, führt sie doch (nach einigen Umwegen) zurück zum massgeblichen Kriterium für die Qualität einer Webseite – einzigartiger und hochwertiger Inhalt. Wozu dann doch wieder Keywords gehören.

Aufmerksamkeit statt Ranking: Rich Snippets & Co.

Mittwoch, 10. November 2010 | Von: | Kategorie: Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

Innerhalb der Suchergebnisse tobt schon seit langem der offene Schlagabtausch um Aufmerksamkeit – was nur am Rande mit Ranking-Positionen zu tun hat. Lokale Firmeneinträge und Rich Snippets stehen im Rampenlicht der Suchresultate.

Kaum eine Suchergebnisseite, die noch als Listing von reinen Textausschnitten daherkommt. Stattdessen liefern Suchmaschinen – je nach Anfrage – Bilder, Kartenausschnitte, Bewertungen, Videos, News-Ergebnisse und Personenbeschreibungen gleich mit. Dass dies Auswirkungen auf das Klickverhalten und die Bedeutung von Ranking-Feinheiten hat, kann man sich denken. Ein Beispiel zeigt schnell, wo der Hund begraben liegt:



Auf der verzweifelten Suche nach einem passablen Mittagsmenü in Zürich Oerlikon macht mich Google zunächst auf zwei regionale Portale aufmerksam. Aber nur ganz kurz.  Denn schon in der nächsten Sekunde schau ich auf den Kartenausschnitt (seit kurzem noch prominenter in der rechten Spalte) und auf die gelben Sternchen weiter unten, die mir offensichtlich mitteilen, dass einige User ihre gastronomischen Schwierigkeiten in Oerlikon bereits überwunden haben und fleissig Punkte verteilt haben.

Ich lasse also die ersten drei Ergebnisse getrost beiseite und widme mich entweder diesen „angereicherten“ Suchergebnissen – den sogenannten „Rich Snippets“ – oder den Ergebnissen der vertikalen Suche auf Google Maps.

Im Nu habe ich das oftmals stillschweigend vorausgesetzte Prinzip „Hohes Ranking = viele Klicks“ ausgehebelt – und stehe damit wahrscheinlich nicht allein. Mindestens drei Aspekte sind dafür verantwortlich, dass hoch gerankte Suchergebnisse links liegen bleiben: local, social, instant.

Lokale Suche

Noch gar nicht lange ist es her, dass Google Places das etwas spröde „lokale Branchencenter“ abgelöst hat. Der Anspruch, den Google an das eigene Produkt stellt, ist – wie könnte es anders sein – wenig bescheiden: Antworten zu liefern auf lokale Suchanfragen jeglicher Couleur. Das sind nicht gerade wenige. Bis zu 40% aller insgesamt gestellten Suchanfragen sind explizit geographisch ausgerichtet oder beinhalten wenigstens einen lokalen Aspekt. Bei mobilen Suchanfragen dürfte der Anteil noch höher sein.

Da wundert‘s kaum, dass Google einem auf Schritt und Tritt Kartenausschnitte präsentiert. Und wer dort mit seinem Firmenstandort nicht sichtbar ist – mit Adressdetails, Kontaktdaten, Fotos und Öffnungszeiten –, für den sieht es auch in punkto Traffic eher schlecht aus.

Beurteilungen

Nicht nur Suchmaschinen bewerten Webseiten. Auch User tun dies. Handelt es sich im einen Fall um eine Bewertung der inhaltlichen Relevanz mittels komplexer Algorithmen, so beurteilen Kunden die dahinter stehende Dienstleistung. Suchmaschinen haben längst den Nutzen solcher subjektiver Urteile für ihre User erkannt und integrieren die Bewertung in ihre Suchergebnisse – in organische wie bezahlte gleichermassen. Wie gesehen mit massiven Auswirkungen auf Sichtbarkeit, Klicks und Traffic.

Instant Search

Mit knurrendem Magen habe ich bei der Suche nach einem Restaurant meist wenig Zeit. Das weiss offensichtlich auch Google und liefert mir Adresse und Telefonnummer gleich mit. Die zusätzlichen Informationen ersetzen weitere Recherchen und konkurrierende Suchergebnisse ziehen (trotz womöglich höherem Ranking) den Kürzeren.

Auch Preise und Infos zum Lagerbestand halten andernorts schon Einzug in die Suchresultate. Gerade für Online-Shops könnte es sich zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor entwickeln, ob und mit welchen Sofort-Informationen sie in Suchergebnissen präsent sind.

Fazit

Eine hohe Platzierung ist demnach nur die halbe Miete. Viel wichtiger scheint es, dafür zu sorgen, dass das eigene Suchresultat im Vergleich zur Konkurrenz ins Auge sticht. Wenigstens zwei Sofortmassnahmen sollten für den Anfang ergriffen werden:

Firmeneintrag auf Google Maps & Co.

Informationen zum Unternehmen lassen sich u.a. bei Google Places gezielt platzieren und optimieren. Mit einer erhöhten Sichtbarkeit bei lokalen Suchanfragen ist zu rechnen. Wer darüber hinaus Adressdetails, Öffnungszeiten, Kontaktdaten, Fotos und Zahlungsoptionen bietet, kann sich einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Zusatzinformationen mit Rich Snippets

Wer auf seiner Website bereits Zusatzinformationen bietet, tut gut daran, dies auch Suchmaschinen mitzuteilen. Nur selten werden Beurteilungen oder Unternehmensinfos automatisch erkannt. Die spezielle Auszeichnung der Daten im HTML-Code hilft weiter. Zwar hat die Kennzeichnung der Daten für Rich Snippets keinen Einfluss auf die Platzierung der Seite in den Suchergebnissen. Wohl aber – wie gesehen – auf das Klickverhalten.

Blekko: Neue Suchmaschine mit SEO-Daten

Dienstag, 2. November 2010 | Von: | Kategorie: Andere Suchmaschinen, Suchmaschinenoptimierung | 1 Kommentar

Blekko, die neue Suchmaschine mit Sitz in – wo denn sonst – Kalifornien, ist nach mehrmonatigem Closed Beta offiziell gestartet. Merkmal: die so genannten Slashtags, mit denen Suchanfragen bequem eingegrenzt werden können. Spannend für SEOs und Website-Betreiber: Blekko gibt ungewohnt offenherzig Einblick in seine Ranking-Algorithmen.

Das Unverwechselbare an Blekko sind die so genannten «Slashtags»: Das  etwas umständlich zu erklärende, aber erfreulich schnell zu erlernende Konzept stellt eine Mischung aus herkömmlichen Tags und Suchoperatoren dar, mit dem die Trefferhaufen (die in Blekko auf Anhieb eine ansprechende Qualität aufweisen) gebändigt werden können.

Slashtags: Treffermassen komfortabel eingrenzen

Wer etwa Blog Posts zu Google sucht, formuliert die Query «google /blogs», wer die republikanische Sicht auf Barack Obama nachvollziehen möchte, sucht nach «obama /conservative», und wer gerne Obama-freundliche Tweets sucht, wird mit «obama /twitter /liberal» fündig. Funktioniert ganz ordentlich, am nützlichsten finde ich bisher den Slashtag «/date», der die aktuellsten Treffer zuoberst listet. Bei Google geht das via Optionsspalte entschieden länger.

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BP, Google und der Zürcher «Tages Anzeiger»

Donnerstag, 9. September 2010 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Online Marketing, Suchmaschinenoptimierung | 16 Kommentare

Auf dem Höhepunkt des «Oil Spill»-Desasters gab BP 3.6 Millionen US-Dollar für AdWords aus. Seit diese Zahl bekannt geworden ist, machen manche Printmedien Google zum heimlichen Gehilfen angeblicher Manipulationen der öffentlichen Meinung.

Schweizer Beispiel: Der Zürcher «Tages Anzeiger», dessen Berichterstattung eine charmante Mischung aus unbewusster Insinuation und Ignoranz darstellt, vermutlich als Folge des Anti-Google-Reflexes der Schweizer Medienhäuser, wie sich an gewissen Argumentationsmustern ablesen lässt: BPs Investition in AdWords wird flugs in einen weiteren Beweis für Googles Bösartigkeit umgebogen.

Dabei unterstelle ich dem Verfasser des Artikels weder diffamierende Absichten noch bewusste Desinformation. Stattdessen will mir scheinen, die entsprechenden Mängel des Texts seien auf eben jenen Anti-Google-Reflex zurückzuführen, der auch unter Journalisten durchaus verbreitet ist.

Und wenn wir schon bei den Full Disclosures sind: Ja, unsere Agentur verdient ihr Geld grossteils direkt und indirekt dank Google. Eine gewisse Voreingenommenheit kann ich deshalb schlecht abstreiten. Ein gewisses Expertentum allerdings auch nicht.

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