PDFs, Suchmaschinenoptimierung und Gülle

Donnerstag, 14. August 2008 | Von: | Kategorie: Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 1 Kommentar

Dass man bei Google nach bestimmten File-Typen wie xls, doc oder pdf suchen kann, dürfte sich herumgesprochen haben – Details hier.

Neu hingegen ist, dass Google dabei auch Autoreninformationen liefert, die aus den Dokumenten extrahiert werden:

Google-Trefferliste: Autor, Citations etc.

Nicht schlecht – doch wer denkt beim Erstellen eines PDF-Files schon an Suchmaschinen? Die Meta-Informationen bleiben oftmals sträflich leer.

Und prompt steht jetzt etwa bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft ziemlicher Mist:

admin.ch: PDF-Listings in Google

Wie Google dazu kommt, «O die meiste anfallende Gülle» als Autor zu identifizieren, ist einigermassen rätselhaft – die Phrase kommt so ähnlich zwei Mal im Text vor, ist aber weder besonders prominent noch besonders formatiert. Aber da die Meta-Infos beim Erstellen des Files nicht definiert worden sind, kann das halt geschehen.

PDFs für Suchmaschinen zu optimieren gehört eigentlich schon länger zu den Hausaufgaben der Suchmaschinenoptimierung. Jetzt umso mehr.

P.S.: Allerdings schiesst diese neue Google-Funktion derzeit auch sonst noch manchmal haarscharf am Ziel vorbei:

Google-Trefferliste: Bob Dylan

Denn dass der Strassburger Professor C. Lebold Autor der Homepage Bob Dylans ist, bezweifle ich ein bisschen.

Von Blinky Pin bis Baby Creepers: Der Google Store

Dienstag, 12. August 2008 | Von: | Kategorie: Google allgemein, Off Topic | 1 Kommentar

Vor langem mal besucht, nachhaltig vergessen, und jetzt entzückt wiederentdeckt:

Der Google Store.

Google Store

Hier gibts alles, was das Herz an Google-Devotionalien begehrt: Puzzles, Google Goo, Frisbees, und für die kleinsten Erdengoogler gibts Bodies unter der Bezeichnung «Google Baby Creeper».

Google Blinky PinAuf Platz 1 der Top Seller liegt übrigens der «Google Blinky Pin», der hält, was sein Name verspricht: Ein Anstecker, der wie bescheuert in allen Google-Farben blinkt.

Mittendrin, gut versteckt zwischen Mousepad, Minimäusen und Lautsprechern in Vasenform: der Google Mini. Der blinkt zwar nicht, aber kann was.

P.S.: alles eco-friendly, übrigens.

Google Maps: Neu auf CH-Startseite

Freitag, 25. Juli 2008 | Von: | Kategorie: Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

Endlich – 8 Monate nach der Lancierung haben es die Schweizer Google Maps auf die Startseite von Google.ch geschafft:

Google Maps: Neu auf der Schweizer Startseite

In den letzten Monaten haben die Schweizer Google Maps ja eine kontinuierliche Aufwertung erfahren [1, 2], und die Startseitenabsenz passte irgendwie schlecht dazu, auch wenn das halt nun mal Google-Policy ist. Die Maps haben übrigens die «Bücher» verdrängt, die jetzt unter «Mehr» zu finden sind.

Weiterhin falsch ist hingegen die Linkbezeichnung «Google Mail», das hierzulande immer noch Gmail heissen dürfte. (In Deutschland hingegen ist das bekanntlich ein bisschen blöd gelaufen).

Im Vergleich zur .de- und .com-Variante gibts übrigens einen bedeutenden Unterschied: Dort ist der (längst überflüssige, wie ich finde) Link zu den Groups verschwunden und mit dem Link zu Shopping ersetzt worden. Ein Service, den Google hierzulande noch nicht bietet.

Knol: Die Wikipedia-Variante von Google

Donnerstag, 24. Juli 2008 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Google allgemein | 2 Kommentare

Im Dezember 2007 kündigte Google das Projekt «Knol» an: Eine Plattform, die Wikipedia ähnelt. Die Hauptunterschiede: Erstens weniger Kollaboration, zweitens ist Google AdSense eingebunden. Und an den Klicks verdienen die Autoren mit.

Nach mehr als einem halben Jahr des geschlossenen Betriebs für Eingeladene ist Knol seit gestern für alle offen:

Knol – A unit of knowledge

1 Knol = 1 Wissenseinheit also.

Wie von Google gewohnt ist die Sache ausgesprochen benutzerfreundlich und auf den ersten Blick intuitiver zu bedienen als die (allerdings weitherum eingeübte) Wiki-Plattform. Ein höchst bedeutender Unterschied zu Wikipedia: Beiträge können nicht einfach so editiert werden – der Verfasser muss die Änderungen zuerst freigeben. Ein Mechanismus, der Manipulationen und Wiki-Vandalismus verhindern soll, das kollaborative Element aber stark einschränkt.

Die Autorenschaft verdient mit

Und anders als bei Wikipedia muss die Autorenschaft nicht darben: Statt ehrenamtlich Wissen zu verbreiten, kann man optional bei den eigenen Artikeln Google Ads einblenden lassen und an den Klicks mitverdienen.

Auf den ersten Blick scheint zudem das inhaltliche Konzept weniger lexikalisch als bei Wikipedia zu sein. So finden sich In Knol durchaus auch Editorials (Beispiel: A crisis in leadership) oder private, vom Kontext losgelöste Tipps (Things to do in Singapore), die in Wikipedia vermutlich früher oder später in einen übergeordneten Eintrag überführt würden («Singapore»).

Wie viele Knols bereits existieren, habe ich nicht herausfinden können. Google selber findet derzeit gerade mal rund 750 Pages, Deutschsprachiges ist bisher nicht zu entdecken.

Was macht Google mit den Wikipedia-Listings?

Mal sehen, welche Traktion das entwickelt. Aufgesetzt ist es jedenfalls clever:

  1. Dank AdSense-Beteiligung haben Autorinnen und Autoren einen erhöhten Publikationsanreiz.
  2. Das inhaltliche Konzept ist derart offen, dass in kurzer Zeit enorm viel Content zusammenkommen könnte.
  3. Google schafft sich ein weiteres und potenziell mächtiges Ad Outlet – und verfügt mit der Suchmaschine selber über das ideale Mittel, um Knol rasch mit einer kritischen Traffic-Masse zu versorgen.

Was den letzten Punkt angeht, wird zu verfolgen sein, wie stark einzelne Knols in den SERPs präsent sein werden, und ob das auf Kosten der omnipräsenten Wikipedia-Listings gehen wird.

P.S.: Ich bin sicher, diese eine Zeile auf der Knol-Homepage wird sich nicht lange halten, deshalb sei sie hier der Nachwelt erhalten:

knol-who-needs-a-search-engine

Und das auf einem Google-Service…

Google übersetzt Suchabfragen

Mittwoch, 16. Juli 2008 | Von: | Kategorie: Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 2 Kommentare

Erst heute entdeckt, spätestens seit April live, aber im deutschsprachigen Web habe ich erst gerade einen einzigen Vermerk entdeckt:

Google liefert je nach Suche am Seitenende einen Link zu Treffern, in denen der Suchbegriff in Englisch vorkommt.

Beispiel:

Google-Suche: Mietwagen London

Klickt man auf den Link, kriegt man eine zweispaltige Trefferansicht – rechts die englischsprachigen Originale, links die maschinellen Übersetzungen mit ihrem gewohnt hohen Unterhaltungswert («a car based in London» – «ein Auto mit Sitz in London»).

Obiges Beispiel ist insofern etwas unglücklich, als die Übersetzung von Mietwagen zu Cars einen Platten hat. Freundlicherweise kann man korrigierend eingreifen:

uebersetzung-bearbeiten

Je nachdem ist das Feature in der Tat hilfreich – beispielsweise dann, wenn der Sprachfilter eh schon nervt.

P.S.: Ebenfalls verpasst hatte ich bisher das neue [Skip Intro]-Feature.

Google Trends for Websites: Die gläserne Konkurrenz

Dienstag, 24. Juni 2008 | Von: | Kategorie: Google allgemein | 2 Kommentare

Google Trends hat am vergangenen Wochenende eine hochinteressante Erweiterung erfahren: Mit «Google Trends for Websites» liefert das Tool neu auch Angaben zu Traffic-Zahlen. Spannend und problematisch zugleich.

Mit Google Trends for Websites liegt der erste Service vor, der Traffic-Zahlen auch für Websites in unseren Breitengraden liefert.

Amazons Alexa-Daten waren seit jeher mit Vorsicht zu geniessen, bei anderen Anbietern wie Quantcast rutschten selbst grössere Schweizer Sites unter die Wahrnehmungsschwelle.

Nicht so bei «Google Trends for Websites» – dort werden scheinbar Daily- Unique-Visitors-Werte ab 1’000 ausgewiesen (Hinweis: Eine beschriftete Achse sieht man erst nach Einloggen in den Google Account).

Das Tool liefert folgende Infos:

Google Trends for Websites: Was es zu sehen gibt

Woher die Daten stammen und weitere Informationen finden sich auf der entsprechenden Help Page.

Stimmen die Zahlen?

Die Werte zu plausibilisieren ist einigermassen schwierig. Der Vergleich mit den NET-Metrix-Zahlen der WEMF etwa ist problematisch:

weiterlesen

Google in Regenbogenfarben

Mittwoch, 18. Juni 2008 | Von: | Kategorie: Google allgemein | 0 Kommentare

Na sowas – nicht restlos jugendfreie AdWords werden von einem hübschen Regenbogen flankiert. Und das von einem US-Unternehmen:

Google-Suche: Gay

Anlass ist offenbar NYC Pride.

[Via Blogoscoped]

Microsoft: Search Technology Center in Europa

Dienstag, 17. Juni 2008 | Von: | Kategorie: Andere Suchmaschinen, Google AdWords, Google allgemein | 0 Kommentare

Nachdem der Boxkampf Yahoo! vs. Microsoft in Runde 45 von Google gewonnen wurde, muss Microsoft jetzt halt notgedrungen alleine Gas geben:

Am Rande der Cannes Lions gab Microsoft Pläne bekannt, 2009 in Europa ein Search Technology Center zu eröffnen. Zitat:

Success in search in Europe is paramount, and we see the investment in this new Search Technology Center as an important step in doubling down on our long-term investments.

Wo das Center zu stehen kommt, ist noch nicht klar: Verschiedene Städte würden evaluiert.

A propos Google und Yahoo: Zwar halten die beiden freiwillig eine Karenzfrist von dreieinhalb Monaten ein, bevor die Partnerschaft losgeht, um dem US-Justizdepartement genügend Zeit zur Prüfung zu geben. Auf Google selber hingegen scheint schon mal alles ready zu sein:

Google Ad: Werbung Yahoo

AdWords-Kampagne für Google Maps

Freitag, 13. Juni 2008 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Google allgemein | 0 Kommentare

Wer dieser Tage via Google eine Pizzeria, einen Arzt oder eine Party in einer bestimmten Stadt sucht, findet in den AdWords-Spalten stets den selben Google-Werbekunden – Google selber nämlich:

AdWord für Google Maps: Pizzeria Zürich

Weitere Beispiele:

party bernarzt usterbar wilgeschenke suchen

Die Verlinkung liesse sich übrigens optimieren: Die Ads führen alle zur Maps-Startseite, und statt kartografierten Zürcher Pizzerias sieht man die Alpenländer von oben.

Problematischer ist, dass Google damit seine eigenen Werbekunden konkurrenziert; in vielen Fällen nicht in deren Kerngeschäft (Branchenverzeichnisse ausgenommen, die triffts tatsächlich im Kern), aber immerhin im Kampf um die Klicks.

Die Diskussion liesse sich problemlos ins Grundsätzliche ausweiten: Denn immer dann, wenn Google ein AdWord in eigener Sache schaltet, entsteht potentiell ein Konflikt mit zahlenden Kunden. Vollkommen anders gelagertes Beispiel:

Google-Suche: radiowerbung

So gesehen ist die aktuelle Maps-Kampagne zwar nur der Spezialfall eines grundsätzlicheren Problems, der breiten Begriffswelt wegen aber einer, der zahllose Google-Kunden aufs Mal betrifft.

Davon abgesehen will sich mir aber auch der User-Nutzen dieser Maps-AdWords nicht erschliessen – «Focus on the user», sagt Google, «and all else will follow»: Die Integration der Maps in den Trefferlisten ist doch viel eleganter und nützlicher.

Google Trends: genauere Angaben zu Keywords

Mittwoch, 11. Juni 2008 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

Wenns ums Thema Keyword-Analyse geht (ein paar Tools sind hier zu finden), ertönt stets der selbe Seufzer: Wo kriege ich genaue Zahlen, wie oft ein Begriff bei Google gesucht wird?

Antwort: nirgends.

Daran ändert auch die gestern lancierte, jüngste Version von Google Trends nichts – aber immerhin: Wo früher eine Linie durch unbeschriftetes Gelände zickzackte, gibts heute zusätzlich relative numerische Angaben. Beispiel:

Google Trends: krankenkasse vs. krankenversicherung

Konkret bedeutet das: Im Jahr 2008 wurde in der Schweiz (darauf ist obiges Beispiel eingegrenzt) der Begriff «krankenversicherung» bloss 41% so oft gesucht wie «krankenkasse».

Damit weiss man zwar immer noch nicht, wie oft die Begriffe gesucht wurden – aber immerhin hängen die Kurven jetzt nicht mehr im Leeren.

Ebenfalls neu: Wer sich in seinen Google Account einloggt, kann die Daten herunterladen.

 
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