Die meisten Unternehmen ignorieren die Plattform Google+ nahezu vollständig. Die Begründung: Es sei, etwa im Vergleich mit Facebook, eine Geisterstadt. In der Tat sind die Nutzerzahlen von Google+ weit geringer als jene von Facebook. Trotzdem geht das Argument fehl: Mit 340 Millionen aktiven Nutzern verfügt Google über ein Sample, das bei weitem gross genug ist, um dank Google+ sämtliche Google-Services für alle Nutzer noch besser als bisher zu personalisieren. Beispielsweise auch die Web-Suche. Für Unternehmen heisst das aber: Google+ muss zwingend in eine Gesamtstrategie integriert werden. Ansonsten gefährdet man früher oder später seine Investitionen ins Suchmaschinenmarketing.
Mittlerweile bald zwei Jahre ist es her, dass der beliebteste Suchmaschinen-Anbieter das “Google+ Projekt” verkündete. Im vergangenen Dezember hat Google ein wahres Feuerwerk an neuen Features für Google+ abgebrannt, und nebenbei die neuesten Zahlen verkündet: Mehr als 500 Millionen Nutzer, davon knapp die Hälfte “active”. weiterlesen
Wer sich für High Tech, Internet und Innovation ganz allgemein interessiert, dem muss das Silicon Valley in Kalifornien wie das gelobte Land vorkommen: Hier wurde 1939 eine Firma namens Hewlett-Packard gegründet; hier konstruierte die Firma Fairchild 1960 die ersten integrierten Schaltkreise auf Silizium-Basis; von hier aus haben Fortune 500 Companies wie Apple, Google, Cisco und Oracle die Welt erobert, und auch Facebook, Twitter, eBay und Intel sind im Valley daheim. Ein Drittel des gesamten US-Risikokapitals wird hier investiert, angeblich 15% aller US-Millionäre leben hier, und was Startups angeht, führt das Silicon Valley jede erdenkliche Rangliste an.
Nicht, dass sich einem all die Erfolgsgründe und die ganze Atmosphäre in fünf Tagen erschlössen. Aber spannende Insights gabs in grosser Zahl zu gewinnen, selbst in dieser kurzen Zeit.
In verschiedenen Ländern Europas – auch in der Schweiz – wird derzeit über die Einführung eines Leistungsschutzrechts diskutiert. Damit sollen Aggregatoren dazu verpflichtet werden, für ihre Nutzung von Verlagsinhalten zu bezahlen. Im Fokus steht dabei insbesondere Google, das immer mehr Werbebudgets gewinnt, während die Erträge der Verlage sinken.
Bisweilen fällt es schwer, den Argumenten der Verleger zu folgen. Denn:
Google liefert den Websites der Verlage einen Grossteil des Traffics. Und zwar gratis.
Dass dieser Traffic ungenügend monetarisiert wird, liegt nicht an Google. Sondern an den Geschäfts- und Werbemodellen der Verlage.
Die Indexierung durch Google lässt sich ohne Weiteres verhindern.
Zweifellos richtig ist aber, dass die Verlage angesichts des Medienwandels die Frage beantworten müssen, wie qualitativ hochstehender Journalismus künftig finanzierbar bleiben soll. Und an dieser Diskussion hat sich Google zu beteiligen.
Bei netzwertig.com, dem Blog über die Internet-Ökonomie, haben wir einen Gastbeitrag publiziert, der einige Argumente pro und contra Leistungsschutzrecht näher betrachtet:
Microsoft stellt sich dem Pepsi-Test: Wer auf der Plattform Bing It On sucht, kriegt die Trefferlisten von Google und Bing in neutralem Design nebeneinander dargestellt und kann per Klick kundtun, welche Treffer besser sind:
Nach fünf Suchabfragen kriegt man die Auflösung.
Selbstverständlich hat sich Microsoft vorher abgesichert und in vorgängigen Tests herausgefunden, dass Bing-Resultate im Verhältnis 2:1 gegen Google-Treffer gewinnen. Also wagt man jetzt den offenen Schlagabtausch und bewirbt die Aktion zudem kräftig, inklusive TV Spots. Um die Trefferlisten vergleichbar werden zu lassen, reduziert sie «Bing It On» allerdings stark: Textanzeigen, Personalisierungen, Googles «Knowledge Graph» oder Bings «Social Sidebar» werden weggelassen.
Genau das ist aber die Crux: Die Trefferqualität ist ja nicht das Problem, sondern das User Interface. Denn dass Bing eine tolle Suchmaschine ist – daran zweifelt eigentlich niemand. Doch seit Jahren ans Lesen Google’scher Trefferlisten gewöhnt, überfällt mich bei einem der raren Bing-Besuche stets eine kurze, aber kräftige Desorientierung – und schon bin ich wieder weg. Gewiss, manche Trefferlisten mögen besser sein, vielleicht sogar, wer weiss, im Verhältnis 2:1. Zu einem Wechsel bewegt mich das nicht – dazu bin ich einfach zu faul, und mit Googles Qualität kann ich gut leben. So gesehen ist der Test zwar zweifellos amüsant und durchaus auch mutig. Aber womöglich illustriert er eher Microsofts Problem, als dass er zu dessen Lösung beitrüge.
P.S.: Ergebnis unseres kleinen, internen Ad-hoc-Tests von «Bing It On»: Bei 6 von 7 Leuten lag Google vorn, meistens aber nur knapp. Insgesamt wurden hier 19 Mal Google-Treffer, 14 Mal Bing-Treffer besser bewertet, 2 Mal gabs ein Unentschieden. Allerdings waren wir manchmal ein bisschen unfair und verwendeten deutsche Keywords…
Google Shopping, die Produktsuche von Google, startete 2011 endlich auch in der Schweiz. Jetzt hat Google eine tiefgreifende Änderung angekündigt: Der Gratis-Service wird bald weltweit kostenpflichtig. Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Könnte es geschehen, dass Google für immer mehr Services Geld verlangt?
Mitte Oktober 2011 gings endlich auch in der Schweiz los: Google Shopping wurde lanciert. Seit da finden Schweizer User immer öfter Shopping-Resultate direkt in den Gratis-Listings und haben Zugriff auf diese zusätzliche vertikale Suche:
Ende Februar wurden zusätzlich die Product Listings Ads ausgerollt, wenig später die Product Extensions – beides ebenfalls basierend auf den Feeds der Online Shops:
Während die Shopping-Einträge im Gratis-Bereich (zumindest hierzulande) oftmals nicht gerade massenhaft Traffic brachten, funktionierten die Product Listing Ads auf Anhieb hervorragend und lieferten namhaften Umsatz bei erstaunlich tiefen CPCs.
Jetzt aber kommts zu einer tiefgreifenden Änderung. Unter dem etwas gar unverfänglichen Titel «Building a better shopping experience» gab Google am 31. Mai 2012 bekannt:
(…) we are starting to transition Google Product Search (…) to a purely commercial model built on Product Listing Ads.
Oder, etwas präziser ausgedrückt: Schluss mit gratis. Sofern ich die zugänglichen Informationen richtig interpretiere, wird damit Google Shopping in Zukunft mehr oder weniger identisch mit den Product Listing Ads werden. Search Engine Land hat einiges Gewese darum gemacht, das sei eine Art von Paid Inclusion - ein Modell also, das ausgerechnet Google in seinem SEC-Filing vor dem Börsengang 2004 relativ deutlich als Täuschung der User gebrandmarkt hatte. Doch das dürfte Unsinn sein: Die Werbung, die künftig aus den Produkte-Feeds generiert wird, wird zweifellos auch als solche gekennzeichnet werden, was bei den Paid Inclusions anderer Suchmaschinen eben gerade nicht der Fall gewesen war. Die provisorischen Screenshots im offiziellen Blog Post von Google zeigen das auch deutlich auf. Unlauteres kann ich da nicht entdecken, stattdessen wird ein bisher kostenloser Service ganz einfach ins Werbeprogramm integriert.
In den USA solls schon diesen Herbst losgehen, die übrigen Märkte werden laut Search Engine Land 2013 umgestellt.
Kostenpflicht soll die Qualität steigern
Google argumentiert, die Qualität der Shopping-Treffer werde dank Kostenpflicht steigen:
We believe that having a commercial relationship with merchants will encourage them to keep their product information fresh and up to date.
Das mag stimmen, die Kopplung ans «Trusted Stores»-Programm unterstreicht das Qualitätsargument, und zahlreiche Feeds scheinen tatsächlich in einem erbärmlichen Zustand zu sein. Dem Vorwurf, den Online Shops zunächst den Speck durchs Maul gezogen zu haben, um anschliessend die hohle Hand zu machen, wird Google nicht entgehen können. Dennoch gibt es bereits internationale Shops, die den Wechsel begrüssen: Bislang habe Google Shopping eine Black Box dargestellt, dank dem Auktionsprinzip würden nun Steuer- und Optimierbarkeit zunehmen.
Fragen wirft der Wechsel trotzdem auf. Vor allem: Was kommt als nächstes dran?
Denn Shopping-Treffer sind ja nicht die einzigen Treffer mit kommerziellem Hintergrund, deren Qualität besser sein könnte. Suche ich hier von meinem Standort aus etwa nach [hotels zürich], kriege ich im Gratis-Bereich 6 lokale und sehr wohl kommerzielle Treffer angezeigt, die mindestens zur Hälfte eine Zumutung darstellen. Würden nun – Googles eigenem Argument zufolge – nicht auch Hotelbesitzer ihre Infos eher frisch und aktuell halten, wenn sie für die lokalen Einträge bezahlen müssten? Google Places (bzw. Google+ Local) wäre also ein plausibler nächster Kandidat.
Man könnte, wenn man denn wollte, sogar ganz grundsätzlich argumentieren: Schlichtweg jede erdenkliche Information gewänne eventuell an Qualität, müsste man Google für deren Indexierung Geld bezahlen.
So aber funktioniert das natürlich nicht: Abzockervorwürfe und Schreckensszenarien gehen am Kern der Sache gleich mehrfach vorbei. Erstens ist Google ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das im Rahmen der Gesetze (und hoffentlich unter Berücksichtigung seiner gesellschaftlichen und ökonomischen Verantwortung, die sein Erfolg nun mal mit sich bringt) ganz allein entscheiden darf, für welche Services es Geld verlangt und für welche nicht. Und zweitens beruht Googles wirtschaftlicher Erfolg ja nahezu ausschliesslich auf den Gratis-Services von Indexierung und Suche. Die Klicks auf die bezahlte Werbung sind nämlich bloss ein Nebenprodukt, wenn auch ein milliardenschweres. Gerade darin liegt ja die Eleganz und Tragfähigkeit des Business-Modells von Google.
Die Frage müsste also anders lauten: Für welche seiner Gratis-Services kann Google Geld verlangen, ohne sein Fundament anzugreifen?
Wo zieht Google die Grenze?
Die Frage stellt sich gerade auch deshalb, weil der Fall Google Shopping keineswegs der erste ist, bei dem neue Kostenaspekte auf einmal direkt oder indirekt reinspielen, sondern bloss der eindeutigste. Kostenrelevante Verschiebungen, kleinere und grössere, gabs aber auch schon früher:
Routenplaner: Im Mai 2011 wurde der Klick auf «Routenplaner» in AdWords mit der entsprechenden Local Extension kostenpflichtig. Ein Novum: Damit fallen Kosten für einen Klick an, der nicht zum Werbekunden führt, sondern den User im Google-Universum (hier: Google Maps) hält. Die Änderung ging erstaunlich lärmfrei durch.
Google Maps: Seit Oktober 2011 fallen Kosten für die Nutzung der Maps API von Google an, sofern die Zahl der API-Abfragen einen gewissen Schwellwert übersteigt.
Google Analytics Premium: Im entferntesten Sinne gehört auch die Einführung von Google Analytics Premium im September 2011 in diese Liste, wobei die Gratis-Variante von Google Analytics selbstverständlich weiter existiert. Logischerweise bietet sie weniger als die Premium-Variante und stösst schon nur bei grossen Schweizer Online Shops an die Grenzen der Kapazität. Damit mutierte Google Analytics bei der Einführung der Premium-Variante vom Gratis-Tool zum Türöffner, zumindest bei grossen Websites.
Referrer-Informationen: Auch das berüchtigte (not provided) gehört hierher. Seit Oktober 2011 liefert Google die Keywords, über die eingeloggte User via Gratis-Listings auf eine Website gelangen, nicht mehr im Referrer mit. In Google Analytics etwa werden alle diese Keywords unter eben jenem (not provided) zusammengefasst, was auch in der Schweiz fallweise schon über 10% aller Google-Besuche via Organic Listings betrifft, Tendenz steigend. Ein Informationsverlust mit potenziellen Kostenfolgen. Das Argument: Privacy. Doch klickt der selbe eingeloggte User auf ein AdWord, kommt die Keyword-Information unverändert mit, Privacy hin oder her. In diesem Fall handelt es sich zwar nicht ums Verschieben ins Kostenpflichtige, aber um eine Abwertung der bislang gratis mitgelieferten Daten, während der AdWords-Kunde keine derartigen Einbussen erleidet und somit via Bezahlung beim identischen Use Case (Suche mit nachfolgendem Klick) eine bevorzugte Behandlung in Sachen Marktdaten kriegt.
Dass plötzlich Geld kostet, was vormals gratis zu haben war, ist also nicht neu. Und ich könnte mir vorstellen, dass sich nicht nur die Betreiber eines Online Shops im Augenblick genau diese Frage stellen: Wofür wird Google als nächstes Geld verlangen? Gibts eine Linie, die Google heute bereits zöge? Zieht man Googles berühmtes Mission Statement zu Rate, kommt man auch nicht weiter – im Gegenteil: Auf einmal wird da ein innerer Widerspruch sichtbar.
Google’s mission is to organize the world’s information and make it universally accessible and useful.
«Accessible», sagt Google jetzt also bei Google Shopping, ist nicht immer «useful». Wird nun ein Service von kostenlos zu kostenpflichtig geändert, so mag das zwar dank gesteigerter Qualität die Nützlichkeit erhöhen. Die Zugänglichkeit aber leidet.
Im vergangenen Jahr war es nicht immer einfach, mit Google Analytics Updates Schritt zu halten. Ein neues Feature jagte das nächste und Schritt für Schritt hat sich Google Analytics auf diesem Weg von einem sehr passablen zu einem höchst professionellen Webanalyse-Tool entwickelt, das in vielerlei Hinsicht den Vergleich zu kostenpflichtigen Tools nicht mehr scheuen muss.
Hier die 11 wichtigsten Google Analytics Updates 2011 auf einen Blick
1. Neues User Interface
Den Rahmen für die grosse Anzahl zusätzlicher Features bildet die neue Google Analytics Benutzeroberfläche, die seit April 2011 für die Allgemeinheit verfügbar ist. Beim Design geht’s nicht nur um Optik. Die neue Navigation führt schneller und prominenter zu aussagekräftigen und individuell angepassten Berichten und erleichtert so das regelmässige Monitoring ausgesuchter KPIs. Weitere Vorteile des neuen Interface:
schneller und allgegenwärtiger Zugang zur Profilkonfiguration
bessere Übersicht über alle verfügbaren Konten und Profile
Erhalt des (gefilterten) Berichts bei Profilwechsel
Kleiner Wermutstropfen: die vergleichende Darstellung von Konten und Profilen mit Übersicht über die zentralen Erfolgswerte – wie Besuche, Abbruchrate oder Konversionen – entfällt. Wer immer noch nicht mit der neuen Version arbeitet, sollte sich langsam aber sicher umgewöhnen: Per Anfang 2012 will Google die alte Version abschalten.
2. Dashboards
Fester Bestandteil jeder Form von Webanalyse ist die Zusammenfassung aussagekräftiger und valider Messwerte in prägnanter und verständlicher Form. Google Analytics stellte hierfür bislang ein sogenanntes Dashboard zur Verfügung. Das war – je nach Komplexität und Intensität der Nutzung – nicht immer übersichtlich.
Mit der neuen Version ist es Usern nun möglich, pro Profil bis zu 20 solcher Dashboards zu erstellen. So können zahlreiche Aspekte strukturiert abgebildet und z.B. für interne Stakeholder aufbereitet werden. Denkbar ist z.B. ein eigenes Dashboard für den Vertrieb oder eines, das alle SEO-bezogenen Kennzahlen zusammenfasst. Die Konfiguration erfolgt intuitiv via Widgets.
3. Events als Ziele
Google Analytics erlaubt schon seit jeher die individuelle Konfiguration von Website-Zielen mit dem Zweck, Traffic-Daten unter besonderer Berücksichtigung auf ihre Konversionsleistung zu analysieren. Bislang war die Einrichtung von Zielen aber in den meisten Fällen an einen bestimmten Seitenaufruf geknüpft: ein erfolgreicher Online-Einkauf war z.B. als Aufruf der entsprechenden «Danke»-Seite im Warenkorb darstellbar. Blosse Klicks – z.B. auf ein PDF-Download – konnten hingegen nicht als Ziel erfasst werden.
Mit der Möglichkeit der Konfiguration solcher Events als Ziele schliesst Google Analytics eine wichtige Lücke bei der konversionsorientierten Datenanalyse.
Irgendwie konsequent also, dass Berichte zur Seitenladezeit auch Einzug in Google Analytics halten – und das für jede einzelne Page. Zunächst musste hierfür der Basiscode angepasst werden. Seit kurzem ist das nicht mehr notwendig und Page Speed Daten fliessen automatisch in Google Analytics Berichte. Das ist an sich schon mal nett. Richtig interessant wird es, wenn diese Daten z.B. mit Absprungraten und Ausstiegszahlen in Trichterprozessen in Verbindung gebracht werden. 5. Multi-Channel-Analysen
Die neue Verfügbarkeit von Multi-Channel Trichtern in Google Analytics ist mehr als nur ein technisches Feature: sie begleitet und fördert einen Paradigmenwechsel im Marketing Controlling. Wurde bislang eine Konversion nämlich genau einer Zugriffsquelle zugeordnet, so berücksichtigt Google Analytics in den neuen Multi-Channel Analysen den gesamten Pfad vor Abschluss der Konversion.
Das kann dann z.B. so aussehen:
Auf diese Weise misst Google Analytics also nicht nur, welche Zugriffsquelle zu den meisten Konversionen führte, sondern auch, in welchem Umfang welche Zugriffsquelle an der Konversion beteiligt war. Wozu? Ganz einfach: Besucherpfade können in ihrer realen Komplexität dargestellt werden und Budgetallokationen lassen sich auf ein Fundament stellen, das das Zusammenspiel verschiedener Zugriffsquellen und Marketing-Kampagnen berücksichtigt.
6. Einbindung Google Webmaster Tools
Daten aus Google Webmaster Tools lassen sich – seit Oktober für alle User – mit Google Analytics verknüpfen. Die Rede ist von Daten zu Impressionen und Klicks in organischen Suchergebnissen sowie der Sichtbarkeit und Performance einzelner Zieleiten. Alle Daten lassen sich nach Land segmentieren. Alles schön und gut. Aber unterm Strich nur ein schwacher Trost für die ebenfalls in 2011 besiegelte Verschleierung der realen Suchanfrage bei eingeloggten Google Usern.
7. Messung von Interaktionen in sozialen Netzwerken
Die Lancierung von Google Plus war wohl der grösste Coup, den Google im vergangenen Jahr gelandet hat. Gerade in den letzten Wochen erweist sich, wie durchdacht Google Plus tatsächlich ist, da Google konsequent die Integration des neuen sozialen Netzwerks in die bestehende Google Produktwelt vorantreibt. Nur konsequent, dass auch Google Analytics seit Juli die Möglichkeit bietet, die Nutzung sozialer Buttons auf der eigenen Website direkt zu messen und in separaten Berichten aufzubereiten. Für den Google Plus Button geschieht die Messung automatisch. Alle anderen Buttons lassen sich leicht nachziehen.
Grundsätzlich möglich war die Messung sozialer Interaktion in Google Analytics via Event Tracking zwar schon immer. Mit den neuen Berichten können nun aber um einiges komfortabler Fragestellungen beantwortet werden wie:
Welche sozialen Netzwerke werden wie genutzt?
Wie verhalten sich User, die Social Buttons nutzen, im Vergleich zu solchen, die dies nicht tun?
Welche Seiten wurden am häufigsten weiterempfohlen?
8. Besucherfluss und Ziel-Flussdiagramme
Wie bewegen sich User durch eine Seite? Welche Besucherpfade verfolgen sie? Wo existieren Sackgassen? Wo sind häufige Ausstiegspunkte zu beobachten? Allesamt Fragen, die nach geeigneten Formen der Visualisierung verlangen. Unter hartgesottenen Web Analysten etwas belächelt, verschaffen Visualisierungen nicht nur Fachfremden einen intuitiven Erstzugang zu Web Analytics Daten. Sie ermöglichen auch – anders als einzelne Detailberichte – die Betrachtung von Besucherströmen auf einen Blick.
Mit der Einführung neuer Visualisierungen zu Besucherfluss und Zielprozessen schliesst Google Analytics eine Lücke. Besucherströme können – bezogen auf jede beliebige Dimension – dargestellt und interaktiv angepasst werden.
Damit nicht genug: Auch die Zugänge und Abgänge von einzelnen Seiten können auf diese Art dargestellt werden. Dies kann z.B. aufschlussreich sein, um Schwachstellen in der Informationsarchitektur aufzudecken. Last but not least: Die neuen Flussvisualisierungen lassen sich in beliebiger Form mit relevanten Traffic-Segmenten kombinieren.
9. Google Analytics Premium
Speziell für Grosskunden lancierte Google mit Google Analytics Premium eine kostenpflichtige Version des Tools und nimmt damit verstärkt den Kampf auf mit Tools von etracker, AT Internet oder Webtrends. Und das beinhaltet die Premium-Version:
verbesserte Datensammlung – auf Wunsch auch Rohdaten – durch zusätzliche Rechenleistung
Möglichkeit der Konfiguration von bis zu 50 benutzerdefinierten Variablen
erweiterte Analysen, u.a. zur Optimierung von Marketing-Kampagnen
Support mit eigenem Account Manager inkl. Unterstützung bei Implementierung, Qualitätssicherung und Schulung
Service Level Agreement
10. Echtzeit-Analysen
Üblicherweise musste man in Google Analytics einige Stunden warten, bis reale Seitenzugriffe in den Berichten auftauchten. Das war besonders ärgerlich, wenn man den unmittelbaren Effekt einer Marketing-Kampagne – z.B. eines Newsletter-Aussandes oder eines Facebook Posts – beobachten wollte. Auch Tests neuer Seiten oder Prozesse zogen sich bisweilen erheblich in die Länge.
Zugriffe auf die Website werden mit einer Verzögerung von wenigen Sekunden ausgewiesen. Zusätzliche Segmentierungen nach Standort, Besucherquelle oder einzelnen Pages sind möglich.
11. App Tracking
Angesichts der Tatsache, dass drei Viertel der Deutschschweizer Zugang zu mobilem Internet haben und ein erheblicher Anteil der Online-Händler auf Apps als Verkaufskanal setzen, war die vollständige Verfügbarkeit des Software Development Kits zur Implementierung von Google Analytics für Apps überfällig.
Für Android Umgebungen ging es (wenig überraschend) recht schnell. Zeit liess sich Google vor allem mit der Bereitstellung des E-Commerce Codes für iOS Plattformen – ungeachtet der Tatsache, dass mobile Online-Einkäufe nach wie vor hauptsächlich auf Apple Produkten stattfinden. Inzwischen liegen die SDKs für Android und iOS Apps vor. Die Erfolgsmessung einer zunehmend wichtigeren Traffic- und Umsatz-Quelle ist damit sichergestellt.
Fazit
Langsam aber sicher wird es für Anbieter kostenpflichtiger Web Analytics Tools eng. Signifikante Weiterentwicklungen auf fast allen Ebenen – Funktionalität, Performance, Usability, Design – führen dazu, dass die üblichen Argumentarien von Google Analytics Konkurrenten zunehmend dünn werden. Bleiben noch die (in den meisten Fällen reichlich emotional übersteuerten) Bedenken bezüglich Datenschutz. Aber auch in dieser Hinsicht konnte Google in diesem Jahr einen wichtigen Erfolg verzeichnen: so ist auch im strengen Deutschland Google Analytics nun amtlich datenschutzkonform.
Wie bereits in zahlreichen anderen Ländern ist die Google Produktsuche ab jetzt auch in der Schweiz verfügbar. User, die kauf- oder produktorientiert suchen, bekommen in einem sehr frühen Stadium ihrer Recherche relevante Zusatzinformationen geliefert. Das heisst: Produktbezogene Suchanfragen führen zur Anzeige von Suchergebnissen, die direkt zum Angebot der jeweiligen Online-Shops von Schweizer Händlern führen. Aktuell fehlt noch die Einbindung in die klassische Google Suche – als sogenannte Universal Search Ergebnisse – wie dies z.B. in Deutschland bereits der Fall ist.
Ebenfalls noch nicht gestartet ist die Einbindung in Google AdWords. Die Möglichkeiten, die die Produktsuche Werbetreibenden bietet, sind vergleichbar mit denen von Google Maps. Die Anreicherung der bezahlten Suchergebnisse um konkrete Produktinformationen erhöht die Attraktivität der Anzeige und erleichtert den Weg zum Shop. Für Online-Shops ist das Potenzial daher natürlich enorm hoch.
Wie können Schweizer Online-Shops bei Google Shopping mitmachen?
Das Wichtigste vorweg: Google Shopping ist für Shop-Betreiber gratis. Und das Mitmachen ist denkbar einfach – wenngleich mit einigen Stolperfallen verbunden: Shop-Betreiber, die wollen, dass ihre Produkte in Google Shopping Suchergebnissen erscheinen, müssen einen Datenfeed zur Verfügung stellen, der vollständige und aktuelle Produktinformationen enthält. Um die Qualität der produktbezogenen Suchergebnisse sicherzustellen, verlangt Google zudem eine regelmässige Aktualisierung des eingereichten Feeds. Über das Google Merchant Center können Feeds verwaltet und auf dem neusten Stand gehalten werden.
Einen Überblick über die Möglichkeiten und Anforderungen, die Google Shopping mit sich bringt, gibt die Präsentation von Lukas Stuber.
Der Wahlkampf um die Sitze im Schweizer Bundesparlament geht in die heisse Phase. Es ist kaum mehr möglich, den Plakaten, Inseraten und Wahlkampf-Parolen der Parteien zu entkommen. Doch im Bereich des Suchmaschinen Marketings weht statt eines Wahlkampf-Orkans ein laues Lüftchen.
In der «Zeit» vom 22. September 2011 setzte sich der ehemalige Zürcher Regierungsrat Markus Notter mit der Frage auseinander, was geschehen würde, wenn alle Parteien auf Wahlkampagnen verzichten würden. Seiner Meinung nach würden die Stimmanteile der Parteien vermutlich gleich bleiben – jedoch würde sich die Wahlbeteiligung vermindern. Wahlkämpfe sind demnach in erster Linie auf Mobilisierung ausgerichtet und werden deshalb auch zumeist emotional geführt.
Diese Argumentationslinie scheint durchaus sinnvoll. Sind die Stiefeltreter-Plakate der SVP für linke Wähler nicht genau so mobilisierend wie für die SVP-Anhänger? Und ist es für eine Partei nicht geradezu unmöglich, über Werbung ihr umfassendes Programm zu kommunizieren? Vielmehr steht doch das Schüren von Emotionen zur Mobilisierung des eigenen Wahlvolkes im Vordergrund der Kampagnen.
Werbemittel wie Plakate, Inserate usw. sind also in erster Linie Push-Werbemittel, die die bereits entschiedenen Wähler mobilisieren. Doch gibt es genug Wähler, die noch nicht entschieden haben, wo sie Ihr Kreuz machen. Diese unentschiedenen Wähler informieren sich in diesen Tagen über die Parteiprogramme – und dies in grosser Zahl übers Internet und über Suchmaschinen. Man kann beispielsweise nach einer kurzen Auswertung davon ausgehen, dass in diesem Monat rund 120‘000 Personen in der Schweiz nach dem Keyword „nationalratswahlen“ suchen. Von weiteren interessanten Keywords bis hin zum Long Tail gar nicht zu sprechen – Potenziale von bis zu einer halben Million Impressions sind durchaus realistisch.
Regelmässige starke Steigerung der Suchhäufigkeit des Keywords "nationalratswahlen"
120‘000 interessierte potenzielle Wähler auf der Suche nach Informationen über die Nationalratswahlen? Das klingt nach einer interessanten Zielgruppe für jede Partei, könnte man meinen. Doch weit gefehlt: Folgendermassen stellen sich die Suchresultate für das Keyword „nationalratswahlen“ auf der ersten Ergebnisseite von Google dar:
Erste Ergebnisseite bei der Google-Suche nach "nationalratswahlen"
Folgende Rückschlüsse kann man daraus ziehen:
AdWords-Präsenz
Wahlhelfer-Plattformen und allgemeine Informations-Websites sind sehr präsent.
Dazu gesellen sich einige versprengte Kandidaten mit personen-bezogenen Anzeigen. Das Schlimme daran: Meistens sind diese Kampagnen Schweiz-weit präsent, obwohl die Kandidaten nur in Ihrem Heimatkanton gewählt werden können. Die Targeting-Funktionen von Google werden viel zu wenig genutzt und die Kampagne wird dadurch ineffizient.
Keine einzige Partei ist mit einem Gesamtkonzept präsent.
Präsenz in den organischen Listings
Auch bei den unbezahlten Resultaten sind auf der ersten Seite keine Parteien präsent – dafür eine Menge unabhängiger Informationsportale.
Auf Platz 11 folgt als erste Partei die SVP mit einer Microsite zu den Wahlen, auf Platz 13 parteifrei.ch
Fazit: Es gibt keine Partei, die ein stimmiges Suchmaschinenmarketing-Konzept hat und in den einzelnen Kantonen für Ihre Kandidaten mittels Google-AdWords-Targeting wirbt. Auch im Bereich SEO sieht‘s nicht besser aus: Die kaum vernetzten Parteifreien schaffen es mit einem soliden Web-Auftritt immerhin auf Platz 13 der organischen Suchmaschinenresultate – das zeigt, dass das Potenzial für gute Gratis-Listings vorhanden wäre.
Im Vergleich dazu ein Blick über die Landesgrenze: In Berlin erreicht die Piratenpartei fast 9% der Wählerstimmen. Hauptthema und Kommunikationsmedium zugleich: die digitale Welt und das Internet. Obamas Wahlkampf 2008 galt als erster Wahlkampf 2.0. Vier Jahre später war nicht zu erwarten, dass die Schweizer Parteien eine ähnlich ausgefeilte Web-Strategie entwickeln. Doch sogar User, die sich mittels Keywords zu ihrem Informationsbedürfnis bekennen, werden von den Parteien nicht bedient. Mobilisierung ist in diesem Wahlkampf alles – das Informieren interessierter Wähler nur sekundär. Es bleibt zu hoffen, dass der Wahlkampf nicht die Legislatur prägt.
Dass Google Shopping eine tolle Sache ist, weiss man ausserhalb der Schweiz schon seit einiger Zeit – seit neustem u.a. auch in Italien, Spanien und Australien. Auch der Schweizer Markt wird nicht mehr allzu lange warten müssen, bis die Produktsuche auf google.ch verfügbar ist.
Wie die weltweit erfolgreiche Google Shopping Suche ausschaut, welche Business-Potenziale in der neuen Suche liegen und welche Vorbereitungen E-Commerce-Plattformen schon heute treffen können, erläuterte Lukas Stuber am 6.6.2011 in seinem Vortrag auf dem eCommerce Breakfast Zürich. Die Verknüpfung von Google Shopping mit Google AdWords waren dort ebenso Thema wie die Zusammenhänge zwischen Produktsuche, User-Bewertungen und Suchmaschinenoptimierung.
Ende März lancierte Google seinen +1 Button. Ein weiterer Versuch, einen Social Media Layer über die Trefferlisten zu legen und zusätzlich von Usern generierte Ranking-Signale zu erhalten. Live ist +1 erst in Google.com und die aktive Nutzung setzt einen Google Account, ein Google Profile sowie eingeloggtes Suchen voraus.