Publicitas und der Feind namens Google

Dienstag, 30. September 2008 | Von: | Kategorie: Google allgemein, Online Marketing | 2 Kommentare

Unter dem Titel «Annäherung an Allmedia, das unbekannte Wesen» berichtete der Klein Report am 24. September vierteilig über das Publicitas Forum 2008 [1, 2, 3, 4].

In Teil 3 der Berichterstattung findet sich ein höchst bemerkenswertes Statement Thomas Bargetzis, CEO/Sales Director Schweiz der Publicitas: Er beruhigt die Mediaagenturen, die angesichts der Allmedia-Strategie der Publicitas mit den Füssen scharren, wie folgt:

«Wir wollen die Mediaagenturen leben lassen», betonte [Bargetzi], «unser gemeinsamer Gegner ist Google.»

Das ist zwar deutlich, aber dennoch schwer zu verstehen.

Erstens einmal verfügt die PubliGroupe mit eprofessional über einen gestandenen Suchmaschinenmarketing-Spezialisten, der sein Geld in allererster Linie mit – wem schon – Google verdient. Dort dürfte man ob solchen Feindschaftsbeteuerungen wenig glücklich sein.

Und zweitens läuft es den Interessen der Werbetreibenden frontal zuwider, wenn sich Mediaagenturen in Opposition zu Google begeben: Die Aufgabe einer Mediaagentur, so zumindest die gängige Auffassung, ist es, «Empfehlungen über die optimale Platzierung von Werbeformaten zu sprechen».

Nun hat sich bekanntlich herumgesprochen, dass so ein Google AdWord eine ziemlich optimale Platzierung darstellt, da effizient, effektiv, günstig, messbar, flexibel und mit Chance auf sehr hohen ROAS. Und da und dort soll es schon geschehen sein, dass auch andere Google-Anzeigenformate erfolgreich eingesetzt wurden.

Im Kern wird wohl genau hier das Problem liegen, weshalb Suchmaschinenmarketing in der Schweiz im Vergleich mit anderen Ländern (man betrachte sich nur mal die IAB-Zahlen) noch immer so rumblümelt: Media Spendings beginnen zaghaft zu Google rüberzuwandern, und prompt erklärt man es zum Feind, statt zu akzeptieren, welch hervorragende Werbemöglichkeiten dort geboten werden – und die Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entsprechend zu modifizieren, so dass der Werbetreibende das erhält, worauf er ein Recht hat: Eine Platzierung nämlich, die das Optimum aus seinem Werbefranken herausholt.

2 Kommentare auf «Publicitas und der Feind namens Google»

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  • Hartinger Reto

    30. September 2008, 12:47

    Es ist schon so, dass Google ihr gemeinsamer Feind ist. Schliesslich macht Google die Agenturen immer überflüssiger.

  • Stuber Lukas

    30. September 2008, 13:38

    @Reto: Agenturen, die dem Kunden in Sachen Google einen Mehrwert zu schaffen vermögen, erschliessen sich neue Business Opportunities. Aber das Geschäftsmodell der Mediaagenturen matcht halt nicht ohne weiteres mit Google (kaum Provision, ab 2009 gar keine mehr). SEM-Agenturen weltweit hingegen gedeihen prächtig, und nicht wenige Mediaagenturen bieten SEM ja auch an – die behauptete Feindschaft stimmt schon heute nur noch teilweise mit der Realität überein.

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