Zum zweiten Mal publiziert Media Focus dieser Tage den Semester-Report «Online-Werbestatistik» (PDF, ca. 100 KB), der mehr enthält als nur Daten der Display-Werbung: Zahlen zu Suchmaschinen-Werbung, Affiliate Marketing und Classifieds werden ebenfalls präsentiert, basierend auf Expertenschätzungen (ja, auch wir schätzten mit).
Fazit:
- Online-Werbung legt weiterhin stark zu und beansprucht einen wachsenden Anteil der gesamten Werbausgaben.
- Wachstumstreiber Nummer 1 bleibt Suchmaschinenmarketing (SEO-Projekte sind da nicht einmal erfasst), das die Lücke zum Display beinah schon geschlossen hat – 2005 war man gerade mal halb so gross…
- Bei den Classifieds ist das Wachstum regelrecht eingebrochen, vor allem im Bereich Jobs.
Insgesamt ein erfreuliches Bild: Online-Werbung wächst weiterhin prächtig, im letzten Jahr um 28.8%. Wachstumstreiber Nummer 1 ist weiterhin die Suchmaschinen-Werbung mit 55% Zunahme, aber auch Display (+43%) legte kräftig zu. Am anderen Ende des Wachstumsspektrums: Der Job-Rubrikenmarkt (+4%) sowie – was schon eher erstaunt – Affiliate Marketing (+11%).
In absoluten Zahlen:

Noch erfreulicher: Nach dem ersten Halbjahr 2008 entfielen rund 3% des gesamten Schweizer Werbekuchens auf Suchmaschinen-Werbung, Display und Affiliate Marketing – aufs ganze Jahr gerechnet beträgt dieser Wert bereits 4% (Classifieds nicht miteingerechnet):

Noch nicht just Europäisches Top-Niveau, aber immerhin. Bestätigt hat sich (hurra) meine Vermutung anlässlich der letzten Ausgabe des Semester-Reports: Die damalige Interpretation der Presse, das Online-Wachstum kühle sich ab, war schlicht falsch. Die Classifieds nicht miteingerechnet, stieg das Wachstum von 31% (2007) auf 46% an (2008):

… ausser, man rechnet die Classifieds mit ein: Dann nämlich beträgt das Wachstum tatsächlich nur noch 29% (2007: 43%). Woran mag der Wachstumsrückgang bei den Classifieds liegen? Klar, dass es vor allem die Job-Ausschreibungen erwischt hat (2007: +73%, 2008: +4%!), leuchtet ein. Aber der Rest? Möglich, dass erstens die Gratis-Plattformen und zweitens die Social Networks in diesem Bereich zugelegt haben: Xing beispielsweise soll 2008 mit seiner Jobbörse bereits rund 4 Mio. Euro verdient haben. Nicht rasend viel, aber ein Anzeichen.


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20. Februar 2009, 9:25
Schöne Zusammenfassung und danke für den Link zum PDF!