Google und die Printmedien

Dienstag, 3. März 2009 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Off Topic, Online Marketing | 1 Kommentar

Seit kurzem blendet Google auf news.google.com Textanzeigen ein.

Aha.

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[Screenshot via cnet news]

Auf den ersten Blick nur logisch. Auf den zweiten Blick ists ein weiteres Kapitel der unschönen Geschichte zwischen Verlegern und Google.

Google News ist schon lange Ziel von Verlegerkritik: In Belgien beispielsweise nahm die Sache ein juristisches Ende (und zwar zu Googles Ungunsten); hierzulande wurde der Verband Schweizer Presse zornig, desavouierte sich aber dummerweise selber, da er mit Muskeln spielte, die er gar nicht hat («Google hat Angst vor uns»); und in Deutschland platzte ob diesem Thema kürzlich Hubert Burda der Kragen.

Gratis-Traffic steigert nicht zwingend die Einnahmen

Google kontert jedesmal cool, mit Google News sorge man ja schliesslich für Gratis-Traffic auf den Portalen der Verlage. Völlig richtig – doch zugleich können die Verlage ihren Traffic immer schwerer monetarisieren. Und daran ist, zumindest aus Verlegersicht, eben Google schuld: Während Search Marketing vor allem mit AdWords munter wächst, ist in den USA Display-Werbung, mit der sich die Verlage ihre Online-Mühen refinanzieren wollen, im Jahr 2008 geschrumpft, zum ersten Mal in dieser Dekade. Während man also mit Google News Gratis-Traffic liefert, absorbiert man mit Google AdWords die Gelder, die diesen Traffic erst interessant machen würden.

Burdas Kragenplatzer ist so gesehen völlig berechtigt: Der Erfolg von Googles Werbemodell entzieht den Verlagen die Grundlage, auf der sich online etwas Schlaues machen liesse. Sicher: das liegt eher an der wackligen Grundlage als am bösen Google, das letztlich ja nichts anderes getan hat, als ein hochüberlegenes Online-Marketing-Modell zu entwickeln. Aber diese Grundlage auszutauschen braucht Zeit – und genau die galoppiert den Verlagshäusern angesichts erodierender Werbeeinahmen davon.

Ohne Content kein Google

Bleiben hier die Lösungen aus, sind letztlich nicht nur die Verlage die Leid tragenden. Sondern auch Google selber. Denn wenn die Verlage unter anderem Googles wegen ihre Online-Bemühungen einstellen, gibts weniger Qualitätscontent, den Google aggregieren könnte, worauf Google als Plattform für die User uninteressanter wird. Folge: Die Werbekunden wandern ab, und Google serbelt. Grund des Scheiterns: zu viel Erfolg.

Übertrieben? Vielleicht. Doch auch Google selber stellt ohne Zweifel Überlegungen in diese Richtung an. Das Gerücht, Google wolle die New York Times kaufen, machte bereits die Runde, wurde aber schnell dementiert. Im Zusammenhang mit dem Einstampfen von Google Print Ads aber versprach Google etwa:

«We remain dedicated to working with publishers to develop new ways for them to earn money.» [Quelle]

PPC mal andersrum: Google bezahlt die Verlage pro Klick

Dass jetzt AdWords auf news.google.com laufen, geht eigenartigerweise in die genau entgegengesetzte Richtung. Denn um zu verhindern, dass die Konkurrenz den Google News Traffic kriegt, wird man ihn dort mit AdWords vorsorglich wegkaufen müssen, ohne ein tragfähiges Business-Modell hintendran zu haben.

Da kann auch Google nicht helfen: «I wish I had a brilliant idea, but I don’t», gibt Schmidt zu. Und wenn nichtmal Google was Brilliantes einfällt – wem dann?

Vielleicht könnte Google ja mal sein PPC-Modell auf den Kopf stellen und für jeden Klick, der auf Google News passiert, dem angeklickten Verlagshaus ein paar Rappen bezahlen. Denn wie sagte Eric Schmidt anlässlich der NYT-Gerüchte:

«The good news is [...] we have the cash.»

Ein Kommentar auf «Google und die Printmedien»

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  • medienlese.com

    4. März 2009, 8:55

    [...] 4. “Google und die Printmedien” (yourposition.ch, Lukas Stuber) Lukas Stuber macht sich Gedanken über das Verhältnis zwischen Google und den Printverlagen: “Denn wenn die Verlage unter anderem Googles wegen ihre Online-Bemühungen einstellen, gibts weniger Qualitätscontent, den Google aggregieren könnte, worauf Google als Plattform für die User uninteressanter wird. Folge: Die Werbekunden wandern ab, und Google serbelt. Grund des Scheiterns: zu viel Erfolg.” [...]

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