Bei Google gehts gerade rund – oder vielleicht auch im Gegenteil: Die Meldungen von entlassenen Recruiters («Changes to recruiting»), geschlossenen Büros («Changes to engineering») und eingestellten Services überpurzeln sich. Und das – kaum zufällig – im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Q4-Zahlen .
Hier die Liste jüngst eingestellter Google Services:
- Google Catalog Search; stand Pate für den weit ambitionierteren Book Search.
- Google Mashup Editor; AJAX Development Framework.
- Dodgeball; ein Mobile Social Network, das seit seiner Akquisition durch Google still verdämmerte.
- Jaiku; Microblogging-Service (ja, wie Twitter, aber unbekannt). Wird in die Open-Source-Welt verfrachtet und seitens Google nicht mehr weiter entwickelt.
- Google Video; ab sofort können hier keine Videos mehr hochgeladen werden.
- Google Notebook ; Surf-Zettelkasten und Social Bookmarking Tool.
Alles Gratis-Tools etwas abseits vom Kerngeschäft, gewiss. Aber manche dieser Tools hätten die User Base vergrössern, andere als Werbeplattform dienen und somit das Kerngeschäft so oder so stärken sollen.
Auch ein Werbeangebot selber hats jetzt erwischt: Google Print Ads, womit Werbekunden Print-Inserate in immerhin rund 800 US-Zeitungen und -Zeitschriften platzieren konnten, wird eingestellt. Hoppla – Google hat den Schritt in die Print-Welt eingestandenermassen nicht hingekriegt. Die Media-Branche wirds erleichtert zur Kenntnis nehmen – ob zu Recht, sei mal dahingestellt: Möglicherweise lag das Scheitern weniger an Google als viel mehr am Print…
Zu hoffen ist, dass all die Entlassungsmeldungen und Service-Stopps morgen Donnerstag nicht auch noch von schlechten Quartalszahlen ergänzt werden. Denn sonst würde das, was Zyniker als Google-Frühjahrsputz bezeichnen könnten, auf einmal als Google-Krise interpretiert. Und darauf könnten manche Werbekunden wiederum psycho- statt logisch reagieren und die weiss Gott überfällige Verlagerung der Werbegelder ins Internet nochmals überdenken.
Und das wäre falsch.

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