Google AdWords mit neuem Algorithmus

Mittwoch, 27. Februar 2008 | Von: | Kategorie: Google AdWords | 3 Kommentare

Laut einer Meldung von Tech Trader Daily plant Google, per Ende Februar eine gewichtige Änderung am AdWords-Algorithmus vorzunehmen: Werbekunden, deren Tagesbudgets nicht ausgeschöpft werden, sollen mittels einem als «Automatic Matching» bezeichneten Mechanismus mit Einblendungen und Klicks für nicht gebuchte, aber angeblich passende Begriffe beglückt werden.

Grundsätzlich nichts Neues: Seit langem kriegen vor allem neue oder unzulänglich betreute Kampagnen mehr als 90% aller Klicks über nie gebuchte Begriffe, ohne dass der Werbekunde darüber hinreichend informiert wird (eher peinliche Beispiele hier und hier). Ein Umstand, der nur dank proprietären Tools oder umständlichen Hacks von Google Analytics erkannt werden kann.

Und jetzt droht also ein noch einmal erweitertes «Automatic Matching», wenn Tagesbudgets nicht ausgeschöpft werden. Wenn das mal nicht schiefgeht:

  1. Tagesbudgets werden oft strategisch definiert, um allfällige Peaks abfangen zu können, nicht aber in der Absicht, tatsächlich jeden Tag so viel auszugeben. Wird das nun freihändig von Google ausgenutzt, werden die Tagesbudgets reduziert, womit genau das Gegenteil dessen geschähe, was Google eigentlich möchte.
  2. Die Distanz zwischen gesuchtem und gebuchtem Begriff wird noch einmal grösser. Mögliche Folge: Ohne dass die meisten Kunden den Grund kennen, fällt der Wert pro Klick, worauf sie ihre Budgets senken.

Bei allem Respekt vor Googles Leistung im semantischen Bereich: Dieser Algorithmus-Wechsel ist fragwürdig und dürfte vor allem aus Wachstumsangst geboren worden sein. Darauf weist auch der Tech-Trader-Artikel hin:

[...] preliminary checks [Rohan says] on the company’s first quarter are mixed. “The early read is that Jan tracked slightly below expectations as the volume drop-off post-holidays continued longer than normal [...].”

Schraubt man bei Google aber vor allem am Klickvolumen, nicht an der Klickqualität, wird das auch nicht besser. Die gute Nachricht ist: Die Sache wird – laut SEO Fast Start (Zitat: “This is pathetic”) – vorerst nur als Beta-Test laufen.

3 Kommentare auf «Google AdWords mit neuem Algorithmus»

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  • Aurel Gergey

    28. Februar 2008, 21:58

    Dass man nicht die volle Suchbegriff-Wahrheit ausplaudert und die Klicks anheizt: Das ist zwar aus betriebswirtschaftlichen Gründen verständlich, aber doch eher „evil“, um es im Google-Slang zu sagen. “Automatic Matching” würde (wird?) das noch toppen.

    Muss also wieder mal Bauernschläue her, um die verschleierten Suchbegriffe selbst zu entschleiern und ggf. unbrauchbare Keys abzustellen. Oder man wählt den einfacheren Weg, unterlässt es künftig, mit Longtail-Keys zu wedeln und konzentriert sich auf die bekannten hochvolumigen Suhbegriffe sowie Exact Matching.

    Je nach Markt durchaus zielführend. Wobei, interessante Klicks entgehen einem so in jedem Fall, weil beispielsweise „Besucher mit einer Orthographie- nicht zwingend auch eine Kaufschwäche haben“, wie Lukas Stuber mal schön sagte.

  • Lukas Stuber

    29. Februar 2008, 21:32

    Allerdings hat heute eine Meldung die Runde gemacht, die in eine völlig andere Richtung weist: Die tiefen Paid-Click-Werte im Januar seien darauf zurückzuführen, dass Google weniger Ads einblende, und zwar um die Qualität hochzuhalten (sprich: weniger Broad-Match-Verirrungen). Das jedenfalls hat Reuters mit Bezug auf comscore berichtet.

  • Aurel Gergey

    2. März 2008, 14:28

    Es ist und bleibt spannend, denn “attention is the hard currency of cyberspace” (van der Leun), und Google ist gegenwärtig die dominante Aufmerksamkeitserzeugungs-Maschine. Leider.

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