Googles Eigenheit, AdWords auch für nicht gebuchte, aber irgendwie doch ein bisschen passende Begriffe einzublenden, wurde hier kurz erwähnt. Diese Mechanismen haben ein paar negative Effekte, aber durchaus auch positive.
So etwa müssen sich AdWords-Kunden immer weniger um Schreibfehler kümmern. Wer das Keyword «Peeling» bucht, ist automatisch auch präsent, wenn der User (resp. die Userin) nach «Piling» sucht, «Babababa» identifiziert Google zuverlässig als knuddlige Kinderbuchfigur, und vom «Gescheng» zum -enk schaffts Google auch von allein und blendet die entsprechenden Ads ein.
Zwar erkennt Google nicht alle Tippfehler, aber doch ziemlich viele. Für Werbekunden praktisch: Die orthographischen Abenteuer der Zielgruppe können ignoriert werden.
Case closed? Ganz im Gegenteil: Da fast jeder AdWords-Kunde Fehlschreibweisen bequemerweise ignoriert, liegt gerade dort Potenzial. Denn wie wir in verschiedenen Untersuchungen immer wieder festgestellt haben, lässt sich Google die praktischen Korrekturmechanismen durchaus bezahlen: Klicks für ungebuchte Keywords kosten überdurchschnittlich viel. Beispiel aus der Elektronik-Branche:

Klicks für die 274 gebuchte Suchbegriffe kosteten im Schnitt CHF 0.80. Die rund 28’000 Klicks für die 10’000 ungebuchten Keywords (darunter auch die Fehlschreibweisen), die Google automatisch hinzufügte, kosteten beinahe doppelt so viel.
Fazit: Wer Fehlschreibweisen explizit bucht, spart Geld. Dass sie im Anzeigentext nicht verwendet werden sollten, versteht sich hingegen von selber.


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25. Mai 2008, 23:35
… dass Schreibfehler aber trotzdem auch in Anzeigentexten auftreten können, habe ich hier mal aktuell anhand eines Beispiels dokumentiert: http://www.fehlerleser.de/2008/05/sose-bei-google/
Ob das so vom Schaltenden gewollt war?