Zahlreiche AdWords-Kunden verzichten darauf, den eigenen Brand als Keyword zu buchen.
Gängige Begründung Nummer 1:
Für den eigenen Brand liegt man sowieso auf Platz 1, also wozu noch Klickkosten bezahlen?
Gängige Begründung Nummer 2:
Wer sucht schon Brands? Die Leute tippen doch gleich die URL ein
.
Zu 1: Selbst bestens bekannte Unternehmen liegen nicht immer auf Platz 1, wenn man nach ihnen sucht [1, 2].
Zu 2: Von wegen. [nestle] beispielsweise wird laut Google Keyword Tool weltweit 4.5 Millionen Mal pro Jahr gesucht.
Und AdWords für Brands bieten in der Tat diverse Vorteile. Die wichtigsten: Texthoheit, Gewinn von Marktforschungsdaten, Reputationsschutz – und das für sehr wenig Geld.
Im Detail:
1. Text nach Wahl
Die Qualität der Trefferbeschreibung, die Google einem Eintrag zuordnet, ist schwankend: Nestlé beispielsweise müsste seinen Google-Eintrag aus Marketing-Sicht schrecklich finden.
Zugegeben: Der Treffereintrag lässt sich einigermassen beeinflussen (näheres hier), aber nicht restlos, und schon gar nicht immer zeitnah.
Ganz anders bei einem AdWord: Hier lässt sich ein sauberer, marken- und marketinggerechter Text definieren und verzögerungsfrei anpassen, sobald es die Umstände verlangen.
2. Marktforschung
Wer einen Einblick gewinnen will, wie populär sein Brand in Sachen Suchabfragen ist, kann das mit dem Google Keyword Tool und Google Insights for Search seit kurzem ein bisschen abschätzen.
Aber wirklich genaue Daten kriegt man erst dank AdWords: Hier erst wird ersichtlich, wie oft der Brand tatsächlich gesucht wird (und in welchem Kontext), wie sich die Popularität entwickelt, welchen Einfluss PR-Aktivitäten und Werbekampagnen haben.
3. Reputationssicherung
Negativ-Schlagzeilen oder kritische Blogeinträge kriegt man nicht einfach so weg. Aber belegt man für den eigenen Brand einen Werbeplatz, rutschen die missliebigen Treffer immerhin ein Stück weit nach unten.
Im zweiten oben verlinkten Beispiel etwa würde der Blog Post «Auffahrunfall: Versicherung Baloise bezahlt nicht vollständig» bereits ohne Scrollen sichtbar sein, hätte die Bâloise nicht ein AdWord gebucht.
Denn: Mit einem Brand-Ad landet man fast immer auf der ersten Einblendposition über den Trefferresultaten, da der Quality Score zwangsläufig hoch ist.
4. Tiefere Affiliate-Provisionen
Viele Unternehmen lassen ihre AdWords-Kampagnen via Affiliate-Plattformen abwickeln, sparen sich so die Klickkosten und bezahlen bloss einen Prozentsatz oder ein Fixum pro Konversion.
Praktisch und kalkulierbar. Nur: Vergisst man dabei, den Affiliates die Nutzung des Brand-Begriffs inklusive Fehlschreibweisen zu untersagen, werden die so gewonnenen Konversionen viel zu teuer bezahlt.
Denn Brand-Begriffe konvertieren immer am besten. Und statt den Affiliates CHF 10.- pro Konversion zu bezahlen, belegt man den entsprechenden Werbeplatz lieber gleich selber. Die Kosten pro Konversion werden dabei ohne Aufwand viel tiefer liegen…
5. Minimale Kosten
… denn obige Punkte 1 bis 3 gibts halb gratis:
Dank hohem Quality Score (s. Punkt 3) und geringer Konkurrenz (die man mittels Markenschutz gleich ganz verscheuchen kann), liegen die Klickkosten zumeist irgendwo im einstelligen Rappenbereich.

© 2012
13. August 2008, 10:25
Sehr lesenswert und hilfreich. Klasse Artikel!
19. August 2008, 14:02
Unsere Worte bei jedem Kunden!
16. Dezember 2011, 12:45
[...] Seit jeher ist es sinnvoll, mittels AdWords nicht nur allgemeine Keywords, sondern auch den eigenen Brand zu bewerben. Erst recht seit September 2010: Seit da erlaubt es Google mit nur noch geringen Einschränkungen, Brands von Dritten als Keywords in AdWords mit Anzeigen zu belegen. Seither ist es auch für Affiliates kein Problem mehr, die Firmennamen jener Unternehmen mittels AdWords zu bewerben, mit denen sie direkt oder via Affiliate-Drehscheiben einen Provisionsdeal haben. [...]