Google Shopping in der Schweiz gestartet

Mittwoch, 19. Oktober 2011 | Von: | Kategorie: E-Commerce, Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 1 Kommentar

Wie bereits in zahlreichen anderen  Ländern ist die Google Produktsuche ab jetzt auch in der Schweiz verfügbar. User, die kauf- oder produktorientiert suchen, bekommen in einem sehr frühen Stadium ihrer Recherche relevante Zusatzinformationen geliefert. Das heisst: Produktbezogene Suchanfragen führen zur Anzeige von Suchergebnissen, die direkt zum Angebot der jeweiligen Online-Shops von Schweizer Händlern führen. Aktuell fehlt noch die Einbindung in die klassische Google Suche – als sogenannte Universal Search Ergebnisse – wie dies z.B. in Deutschland bereits der Fall ist.

Ebenfalls noch nicht gestartet ist die Einbindung in Google AdWords. Die Möglichkeiten, die die Produktsuche Werbetreibenden bietet, sind vergleichbar mit denen von Google Maps. Die Anreicherung der bezahlten Suchergebnisse um konkrete Produktinformationen erhöht die Attraktivität der Anzeige und erleichtert den Weg zum Shop. Für Online-Shops ist das Potenzial daher natürlich enorm hoch.

Wie können Schweizer Online-Shops bei Google Shopping mitmachen?
 
Das Wichtigste vorweg: Google Shopping ist für Shop-Betreiber gratis. Und das Mitmachen ist denkbar einfach – wenngleich mit einigen Stolperfallen verbunden: Shop-Betreiber, die wollen, dass ihre Produkte in Google Shopping Suchergebnissen erscheinen, müssen einen Datenfeed zur Verfügung stellen, der vollständige und aktuelle Produktinformationen enthält. Um die Qualität der produktbezogenen Suchergebnisse sicherzustellen, verlangt Google zudem eine regelmässige Aktualisierung des eingereichten Feeds. Über das Google Merchant Center können Feeds verwaltet und auf dem neusten Stand gehalten werden.

Einen Überblick über die Möglichkeiten und Anforderungen, die Google Shopping mit sich bringt, gibt die Präsentation von Lukas Stuber.

Wahlkampf-Suchmaschinerie: die verpasste Chance

Der Wahlkampf um die Sitze im Schweizer Bundesparlament geht in die heisse Phase. Es ist kaum mehr möglich, den Plakaten, Inseraten und Wahlkampf-Parolen der Parteien zu entkommen. Doch im Bereich des Suchmaschinen Marketings weht statt eines Wahlkampf-Orkans ein laues Lüftchen.

In der «Zeit» vom 22. September 2011 setzte sich der ehemalige Zürcher Regierungsrat Markus Notter mit der Frage auseinander, was geschehen würde, wenn alle Parteien auf Wahlkampagnen verzichten würden. Seiner Meinung nach würden die Stimmanteile der Parteien vermutlich gleich bleiben – jedoch würde sich die Wahlbeteiligung vermindern. Wahlkämpfe sind demnach in erster Linie auf Mobilisierung ausgerichtet und werden deshalb auch zumeist emotional geführt.

Diese Argumentationslinie scheint durchaus sinnvoll. Sind die Stiefeltreter-Plakate der SVP für linke Wähler nicht genau so mobilisierend wie für die SVP-Anhänger? Und ist es für eine Partei nicht geradezu unmöglich, über Werbung ihr umfassendes Programm zu kommunizieren? Vielmehr steht doch das Schüren von Emotionen zur Mobilisierung des eigenen Wahlvolkes im Vordergrund der Kampagnen.

Werbemittel wie Plakate, Inserate usw. sind also in erster Linie Push-Werbemittel, die die bereits entschiedenen Wähler mobilisieren. Doch gibt es genug Wähler, die noch nicht entschieden haben, wo sie Ihr Kreuz machen. Diese unentschiedenen Wähler informieren sich in diesen Tagen über die Parteiprogramme – und dies in grosser Zahl übers Internet und über Suchmaschinen. Man kann beispielsweise nach einer kurzen Auswertung davon ausgehen, dass in diesem Monat rund 120‘000 Personen in der Schweiz nach dem Keyword „nationalratswahlen“ suchen. Von weiteren interessanten Keywords bis hin zum Long Tail gar nicht zu sprechen – Potenziale von bis zu einer halben Million Impressions sind durchaus realistisch.

Regelmässige starke Steigerung der Suchhäufigkeit des Keywords "nationalratswahlen"

Regelmässige starke Steigerung der Suchhäufigkeit des Keywords "nationalratswahlen"

120‘000 interessierte potenzielle Wähler auf der Suche nach Informationen über die Nationalratswahlen? Das klingt nach einer interessanten Zielgruppe für jede Partei, könnte man meinen. Doch weit gefehlt: Folgendermassen stellen sich die Suchresultate für das Keyword „nationalratswahlen“ auf der ersten Ergebnisseite von Google dar:

Erste Ergebnisseite bei der Google-Suche nach "nationalratswahlen"

Erste Ergebnisseite bei der Google-Suche nach "nationalratswahlen"

Folgende Rückschlüsse kann man daraus ziehen:

AdWords-Präsenz

  • Wahlhelfer-Plattformen und allgemeine Informations-Websites sind sehr präsent.
  • Dazu gesellen sich einige versprengte Kandidaten mit personen-bezogenen Anzeigen. Das Schlimme daran: Meistens sind diese Kampagnen Schweiz-weit präsent, obwohl die Kandidaten nur in Ihrem Heimatkanton gewählt werden können. Die Targeting-Funktionen von Google werden viel zu wenig genutzt und die Kampagne wird dadurch ineffizient.
  • Keine einzige Partei ist mit einem Gesamtkonzept präsent.

Präsenz in den organischen Listings

  • Auch bei den unbezahlten Resultaten sind auf der ersten Seite keine Parteien präsent – dafür eine Menge unabhängiger Informationsportale.
  • Auf Platz 11 folgt als erste Partei die SVP mit einer Microsite zu den Wahlen, auf Platz 13 parteifrei.ch
  • Auf den Plätzen 22 und 23 folgen dann die EVP und die FDP des Kantons Zürich.

Fazit: Es gibt keine Partei, die ein stimmiges Suchmaschinenmarketing-Konzept hat und in den einzelnen Kantonen für Ihre Kandidaten mittels Google-AdWords-Targeting wirbt. Auch im Bereich SEO sieht‘s nicht besser aus: Die kaum vernetzten Parteifreien schaffen es mit einem soliden Web-Auftritt immerhin auf Platz 13 der organischen Suchmaschinenresultate – das zeigt, dass das Potenzial für gute Gratis-Listings vorhanden wäre.

Im Vergleich dazu ein Blick über die Landesgrenze: In Berlin erreicht die Piratenpartei fast 9% der Wählerstimmen. Hauptthema und Kommunikationsmedium zugleich: die digitale Welt und das Internet. Obamas Wahlkampf 2008 galt als erster Wahlkampf 2.0. Vier Jahre später war nicht zu erwarten, dass die Schweizer Parteien eine ähnlich ausgefeilte Web-Strategie entwickeln. Doch sogar User, die sich mittels Keywords zu ihrem Informationsbedürfnis bekennen, werden von den Parteien nicht bedient. Mobilisierung ist in diesem Wahlkampf alles – das Informieren interessierter Wähler nur sekundär. Es bleibt zu hoffen, dass der Wahlkampf nicht die Legislatur prägt.

Webanalyse in der Schweiz: Google Analytics baut Marktanteil aus

Donnerstag, 29. September 2011 | Von: | Kategorie: Medienmitteilungen, Publikationen, Web Analytics | 4 Kommentare

In der neusten Auflage ihrer Studie «Web Analytics in der Schweiz» untersucht Yourposition – führende Schweizer Spezialagentur für Suchmaschinenmarketing und Web Analytics – auch in diesem Jahr den Einsatz von Webanalyse-Tools auf Schweizer Websites. Insgesamt fast 900 Websites aus allen Branchen wurden auf den Einsatz clientseitiger Tracking-Lösungen überprüft. Das zentrale Ergebnis: Google Analytics beherrscht den Markt mehr als je zuvor.

Auf 899 Websites ermittelte Yourposition insgesamt 784 Installationen clientseitiger Webanalyse-Tools. Im Vergleich zum März 2010 hat Google Analytics seine Marktdominanz weiter ausgebaut: Auf fast zwei Drittel aller Seiten kommt das Analysetool von Google zum Einsatz.

Verteilung Webanalyse

Der Anteil an Seiten ohne Tracking-Tool hat sich gemäss der Studie im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert: Nur noch ca. 20% aller Websitebetreiber verzichten komplett auf clientseitige Webanalyse.

Google Analytics in Grossunternehmen

Besonders signifikant ist der Anstieg von Google Analytics in Schweizer Grossunternehmen: mehr als die Hälfte der Schweizer Top-100-Unternehmen haben Google Analytics im Einsatz. Noch im März 2010 fand sich nur auf 40% dieser Seiten das Gratis-Tool von Google. Offensichtlich nimmt das Vertrauen der Unternehmen bzgl. Datenqualität und/oder Datenschutz zu.

Webanalyse bei Online-Shops

Vollständig auf Webanalyse-Tools verzichtet wird nach wie vor am ehesten bei Online-Shops – obwohl gerade diese ein besonderes Interesse an der Auswertung und datenbasierten Optimierung ihrer Website haben sollten: Fast ein Drittel aller Online-Shops verzichtet gemäss Studie nach wie vor komplett auf den Einsatz clientseitiger Webanalyse.

Studie: Web Analytics in der Schweiz – Zusammenfassung (PDF)

SuisseEMEX: Yourposition referiert am «Google Erlebnis Tag»

Montag, 25. Juli 2011 | Von: | Kategorie: Google AdWords, In eigener Sache, Suchmaschinenoptimierung | 8 Kommentare

An der diesjährigen SuisseEMEX (23. bis 25. August 2011) steht der Schlusstag ganz im Zeichen von Google – ein veritabler Google Day steht an, bei dem auch Yourposition auftritt.

Am Donnerstag, 25. August 2011, gibt sich Google an der SuisseEMEX die Ehre: Das 3. Stockwerk der Zürcher Messe ist für den «Google Day» reserviert, Besucher haben die Gelegenheit, bei diversen Beratungsstationen ihre Fragen rund um Google AdWords zu stellen und Antworten aus erster Hand zu kriegen. Dazu gibts kostenlos Referate zu hören, unter anderem von Yourposition.

Yourposition am Google Day: Referate für Einsteiger und Fortgeschrittene

Auf freundliche Einladung von Google hin wird Yourposition (konkret ich selber) mit zwei Referaten am Google Day vertreten sein:

  • DO, 25.8.2011, 10:30 – 12:45: Online Marketing mit Google AdWords
  • DO, 25.8.2011, 15:00 – 17:15: Neueste Funktionen von Google AdWords

Die Plätze sind limitiert, Gutscheincodes und Tickets gibts hier.

Das erste Referat richtet sich explizit an Einsteiger und wird grundsätzliche Themen behandeln: Funktionsweise, Pricing, Marketing-Ziele, Optimierungschancen. Das zweite Referat ist eher für Fortgeschrittene gedacht, dabei wirds um Bereiche wie Bid Management, Cross-Channel-Optimierungen, Datensegmentierungen, Produktlisten und allerlei mehr gehen.

Online Forum: Referat zu Google Product Search

Tags zuvor ist Yourposition zudem im Online Forum vertreten: Eingebettet ins Thema «Umsatzmaschine Internet» werde ich ein Referat zu Google Product Search halten. Googles Produktesuche, die Auswirkungen auf SEO und AdWords zugleich hat (sowie vermutlich auf andere Preisvergleichsportale), ist hierzulande noch nicht verfügbar, wird aber sehnlichst erwartet. Beschaut man sich Zahlen aus Deutschland, wird die Sehnsucht verständlich…

Yourposition wächst – mit neuen Kunden und Mitarbeitern

Freitag, 22. Juli 2011 | Von: | Kategorie: In eigener Sache, Medienmitteilungen | 0 Kommentare

Auf anhaltendem Erfolgskurs befindet sich die Yourposition GmbH, führende Spezialagentur der Schweiz für Suchmaschinenmarketing und Web Analytics. Nachdem bereits Anfang des Jahres zahlreiche neue Grosskunden gewonnen werden konnten, betreut Yourposition nun auch die Textagentur Supertext und den Touring Club Schweiz (TCS) in den Bereichen Suchmaschinenoptimierung, Google AdWords und Web Analytics. Mit Nil Schelling, Absolventin des UBC Award of Achievement in Web Analytics, wurde das Team ausserdem um eine weitere ausgewiesene Webanalyse-Spezialistin erweitert.

„Viele Schweizer Unternehmen haben verstanden, dass ein zielgerichtetes Suchmaschinenmarketing fester Bestandteil der Online Marketing Strategie sein muss“, so Beat Muttenzer, Geschäftsführer von Yourposition und Leiter des Bereichs Web Analytics. „Aber auch die Sensibilität für die Themen Erfolgsmessung und Web Analytics wächst stetig.“

Angesichts des kontinuierlichen Erfolgs wächst Yourposition auch in personeller Hinsicht: Nil Schelling verstärkt seit Juni die Geschäftsbereiche Suchmaschinenoptimierung und Web Analytics und berät Kunden bei der Implementierung und Auswertung ihrer Online-Messtools.

Google Shopping in der Schweiz

Dienstag, 7. Juni 2011 | Von: | Kategorie: Google allgemein, Online Marketing | 4 Kommentare

Dass Google Shopping eine tolle Sache ist, weiss man ausserhalb der Schweiz schon seit einiger Zeit – seit neustem u.a. auch in Italien, Spanien und Australien. Auch der Schweizer Markt wird nicht mehr allzu lange warten müssen, bis die Produktsuche auf google.ch verfügbar ist.

Wie die weltweit erfolgreiche Google Shopping Suche ausschaut, welche Business-Potenziale in der neuen Suche liegen und welche Vorbereitungen E-Commerce-Plattformen schon heute treffen können, erläuterte Lukas Stuber am 6.6.2011 in seinem Vortrag auf dem eCommerce Breakfast Zürich. Die Verknüpfung von Google Shopping mit Google AdWords waren dort ebenso Thema wie die Zusammenhänge zwischen Produktsuche, User-Bewertungen und Suchmaschinenoptimierung.

Branchenstudie Consumer Electronics: Suchmaschinenmarketing in der Schweiz

Donnerstag, 5. Mai 2011 | Von: | Kategorie: Medienmitteilungen | 0 Kommentare

Die keyword-reiche Unterhaltungselektronik gehört bei Google zu den (ab)gefragtesten Branchen. Die Branchen-Leader unter den Schweizer Onlineshops behandeln diesen wichtigen Kundenzubringer jedoch erstaunlich stiefmütterlich. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Branchenstudie der Schweizer Suchmaschinenmarketing-Spezialistin Yourposition.

Yourposition analysierte im Rahmen einer sechswöchigen Untersuchung die Suchmaschinen-Performance von zwanzig Schweizer Online Shops im Bereich Consumer Electronics. Mithilfe der SEO-Software Searchmetrics Suite wurden sowohl organische Suchergebnisse als auch bezahlte Google AdWords Anzeigen beobachtet. In beiden Bereichen ortet die Studie erhebliches Optimierungspotenzial.

Grafik: SEM-Performance von Online-Shops

Die Sichtbarkeit der untersuchten Shops im organischen Google Ranking ist vor allem aufgrund inhaltlicher und technischer Schwächen der Domains eingeschränkt. Spitzenreiter in diesem Bereich sind digitec.ch und interdiscount.ch. Für ein ausgewähltes Set an zwanzig Keywords sind die analysierten Shops insgesamt aber nur punktuell auf der ersten Suchergebnisseite bei google.ch präsent. Dominiert werden die Trefferlisten von Spezial-Shops, Testportalen und Informationswebsites.

Bei bezahlten Suchergebnissen setzt sich brack.ch durch eine positive Performance in Google AdWords deutlich von der Konkurrenz ab.

«Man sollte vermuten, dass Shops für Unterhaltungselektronik ein grosses Interesse daran haben, für Begriffe wie ‚Fotokamera‘ oder ‚LCD Fernseher‘ gut bei Google platziert zu sein. Umso überraschter waren wir, dass die untersuchten Domains nur sehr bedingt in Suchergebnissen sichtbar sind», so Lukas Stuber, Geschäftsführer von Yourposition. «Das Feld wird oft kampflos Vergleichsportalen oder Spezial-Shops überlassen.»

Eine Kurzfassung der Studie steht unter http://www.yourposition.ch/publikationen/sem-branchenstudien zum Download bereit. Die ausführliche Studie kann auf Anfrage kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

(Medienmitteilung vom 5. Mai 2011)

«+1»: I like à la Google

Dienstag, 12. April 2011 | Von: | Kategorie: Google AdWords, Google allgemein, Suchmaschinenoptimierung | 3 Kommentare

Ende März lancierte Google seinen +1 Button. Ein weiterer Versuch, einen Social Media Layer über die Trefferlisten zu legen und zusätzlich von Usern generierte Ranking-Signale zu erhalten. Live ist +1 erst in Google.com und die aktive Nutzung setzt einen Google Account, ein Google Profile sowie eingeloggtes Suchen voraus.

Die Diskussionen um die Qualität der Google-Treffer, der grossmächtige Farmer- oder Panda-UpdateFacebooks steigende Martktanteile in Sachen Search sowie Bing/Yahoos Sprung über die 30%-Marke machen es augenfällig: Google braucht dringend neue Ranking-Signale, und Google muss nicht minder dringend vorwärtsmachen in Sachen Social Media. Die Antwort, die Google am 31. März 2011 lancierte, hat mit beiden Problemkreisen zugleich zu tun: +1.

Die wichtigsten Links vornweg:

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MySignTALK: Suchmaschinenoptimierung

Sonntag, 10. April 2011 | Von: | Kategorie: In eigener Sache, Suchmaschinenoptimierung | 0 Kommentare

Mitte März war ich zu Gast bei MySign in Olten, durfte auf einem bequemen weissen Sessel Platz nehmen und Mike Müllers Fragen zur aktuellen Reputationsmisere der SEOs, zu Linkkauf, Farmer Update und der Zukunft der Suchmaschinenoptimierung beantworten. Hat Spass gemacht.

MySignTALK mit Lukas Stuber von Yourposition – Zukunft der Suchmaschinen-Optimierung

Wer hat Angst vor dem Internet? – Blacksocks Abonnement gewinnen!

Donnerstag, 24. März 2011 | Von: | Kategorie: Off Topic | 9 Kommentare

Das Internet und die digitale Welt bieten uns viele Chancen – schüren jedoch auch Ängste. Der Schweizer Datenschützer Hanspeter Thür führt einen engagierten Feldzug gegen Google Streetview. Interaktive Videospiele werden für die Verdummung der Jugend und noch viel Schlimmeres verantwortlich gemacht. Und ständig werden wir ermahnt, die virtuelle Cloud über unseren Köpfen zur Sicherheit möglichst klein zu halten. Facebook und Twitter lösen Revolutionen mit aus, und doch verweisen wichtige öffentliche Meinungsbildner unserer Gesellschaft stolz auf ihre fehlende Social Media-Präsenz. Dass dieser Abwehrreflex gegenüber neuen Medien völlig menschlich ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Finden Sie den besten, kreativsten Grund, wieso wir uns vor dem Internet fürchten müssen und gewinnen Sie ein Blacksocks Socken-Abonnement.

Die Angst vor neuen Medien wurde bereits 370 v. Chr. ein erstes Mal zum Ausdruck gebracht. Die aufkommende Schrift liess den grossen Philosophen Sokrates befürchten, „diese Erfindung wird der Lernenden Seelen vielmehr Vergessenheit einflössen aus Vernachlässigung des Gedächtnisses.“

Die Schrift setzte sich trotzdem durch, wurde jedoch bald in grauenhafter Manier in Medien wie der Zeitung verwurstet. Ashasverus Fritschi befand 1676 über die unsäglichen Zeitungsleser: „Sie lechzen danach, täglich nach Neuem zu fragen, Neues zu hören, Neues zu erzählen. [...].“

Doch nicht nur Zeitungsleser, sondern auch Bücherwürmer bekommen im Laufe der Geschichte ihr Fett weg. 1821 befand der Schriftsteller Heinrich Zschokke über den süchtig-machenden Roman: „Die Lesesucht ist eine unmässige Begierde, seinen eigenen, untätigen Geist mit den Einbildungen und Vorstellungen Anderer aus deren Schriften vorübergehend zu vergnügen. Man liest, nicht um sich mit Kenntnissen zu bereichern, sondern um zu lesen.“

Sie lesen keine Bücher, sondern mögen lieber Filme? Auch dann sollten Sie sich in Acht nehmen, denn Herrmann Schachenmann brachte 1909 seine Überzeugung zum Besten, dass uns das Kino unglücklich mache. Denn „durch die geschminkte parfümierte Welt ihrer Gedanken verekeln und verleiden sie sich diese Welt und gehen schliesslich als unverstandene, unglückliche Menschen durchs Leben. Wer sich an all’ dies Zeugs gewöhnt hat, findet sich in dieser Welt überhaupt nicht mehr zurecht oder erst nach langen Umwegen, nachdem er schweres Lehrgeld hat zahlen müssen.“

Aber auch die Gefahrenpotenziale anderer Medien wurden jeweils schnell erkannt: Leopold von Wiese war 1930 überzeugt, dass das Radio zu „grösster Denkfaulheit und Phantasiearmut“ führt. Willhelm Hoppe kritisierte 1956 insbesondere Eltern, die nicht wissen, „was sie ihren Kindern antun“ beim Kauf von Comics. Denn Comics „töten die Phantasie“. Und auch das Fernsehen ist kein harmloser Zeitvertreib, sondern eignet sich gemäss Jerry Mander hervorragend „zur Gehirnwäsche“.

Neue Medien machen uns offensichtlich vergesslich, dumm, unglücklich – und natürlich süchtig danach. Wie sieht es mit dem Internet aus? Der beste Kommentar (als Text, Link, Zitat, Bild usw.) auf diesen Post, der erklärt, wieso wir uns vor dem neuen Medium Internet fürchten müssen, gewinnt ein Blacksocks-Abonnement im Wert von CHF 98.

„Einsendeschluss“ ist der 8. April 2011. Vergessen Sie nicht, eine E-Mail-Adresse anzugeben, damit der Gutschein dem Gewinner zugesandt werden kann.

Zitate aus der sehr empfehlenswerten Ausstellung HOME – Willkommen im Digitalen Leben im Stapferhaus Lenzburg.

 
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