Microsoft und Yahoo! haben sich dieser Tage je einen Brief geschrieben. Nett sind beide nicht. Aber Yahoos Zeilen scheinen um eine aufschlussreiche Spur weniger garstig zu sein.
Beispielsweise schreibt Microsofts Steven A. Ballmer am 5. April 2008, man möge doch bitte vorwärts machen – Yahoo! sei schliesslich am Trudeln:
[...] public indicators suggest that Yahoo!’s search and page view shares have declined. [...]
Das Yahoo!-Gespann Rostock und Yang widerspricht dem am 7. April 2008 nur bedingt («…consistent with what we outlined in our last earnings call») und sucht das Heil in der Offensive:
[...] as a result of the decrease in your own stock price, the value of your proposal today is significantly lower [...]
Angriff, heisst es ja, sei die beste Verteidigung. Ballmer hingegen droht unverblümt, man gehe notfalls auch direkt auf die Shareholder los:
[...] we will be compelled to take our case directly to your shareholders, including the initiation of a proxy contest to elect an alternative slate of directors for the Yahoo! board.
Das wäre Yahoo! wiederum nicht recht, denn:
We are open to all alternatives that maximize stockholder value. To be clear, this includes a transaction with Microsoft [...]
Vorausgesetzt natürlich, das Angebot wird erhöht. Und während Ballmer sein Schreiben hochoffiziell mit «Dear Members of the Board» einleitet, sind Rostock und Yang schon bei «Dear Steve» angelangt.
Inwiefern stilistische Kriterien zur Analyse von derlei Dingen taugen, sei zwar dahingestellt, aber insgesamt beschleicht einen der Verdacht: Lang machts Yahoo! nicht mehr.
